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Preisverleihung "Hai des Jahres 2010" an die Siemens AG

Archivmeldung vom 17.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Hai des Jahres 2010: Siemens AG Bild: erlassjahr.de e.V.
Hai des Jahres 2010: Siemens AG Bild: erlassjahr.de e.V.

Das Entschuldungsbündnis erlassjahr.de hat am Samstag zusammen mit den Organisationen Oikocredit Förderkreis Bayern und urgewald den Wanderpreis "Hai des Jahres" an die Siemens AG verliehen. Bei einem Samba-Protestmarsch und anschließender Kundgebung vor der Firmenzentrale am Wittelsbacher Platz in München haben die Teilnehmer gegen die Beteiligung von Siemens an dem Bau von dem brasilianischen Atomkraftwerk Angra 3 demonstriert. Der Wanderpreis, ein 3 Meter langer Hai aus Pappmaché, wurde von dem Konzern nicht angenommen.

Durch die Tochtergesellschaft Areva NP forciert Siemens den Weiterbau des umstrittenen Atomkraftwerks Angra 3 an der Atlantikküste Brasiliens. Die beteiligten Organisationen kritisieren die zahlreichen ökologischen, wirtschaftspolitischen und finanziellen Risiken und die Vergabe der Hermes-Bürgschaft in Höhe von 1,3 Milliarden Euro für das Projekt Angra 3.

"Schon die Angra-Blöcke 1 und 2 brachten erhebliche Verzögerungen, mehrfache Kostenüberschreitungen und Zahlungsausfälle mit sich. Außerdem äußerte sich im vergangenen September der brasilianische Vizepräsident Alencar für eine nukleare Aufrüstung Brasiliens. In dieser Situation eine Hermes-Bürgschaft für das umstrittene Atomprojekt zu erteilen finden wir extrem kontrovers," sagte Jana Zwernemann, die Campaignerin von erlassjahr.de. "Auch private Firmen tragen ihren Teil der Verantwortung. Ähnliche 'innovativen' Projekte führten in der Vergangenheit zu schwierigen Schuldenproblemen der Süd-Länder. Wir fordern eine verantwortliche Kreditvergabe mit dem Fokus auf nachhaltige Investitionsmodelle."

Der Export von Atomtechnologie, die in Europa kaum noch zu vermarkten ist, in ein Schwellenland bedeutet die Bindung an eine nicht nachhaltige und risikoreiche Energiequelle. Bei dem Atomkraftwerk Angra ist die Lagerung des radioaktiven Mülls bis heute nicht gelöst, Bedenken löst auch die Zusammenlegung der Kompetenzen aus: In Brasilien ist die Aufsichtsbehörde gleichzeitig auch für die Förderung der Atomkraft zuständig. 

Quelle: erlassjahr.de e.V.

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