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junge Welt: Post lehnt Honecker-Briefmarke ab

Archivmeldung vom 28.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Erich Honecker Bild: bundesarchiv / de.wikipedia.org
Erich Honecker Bild: bundesarchiv / de.wikipedia.org

Die Deutsche Post verweigert sich dem sozialistischen Wettbewerb und unterbindet das Drucken von Erich-Honecker-Briefmarken. Das berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "junge Welt" (Mittwochausgabe).

Zur Erinnerung: Zum 100. Geburtstag von Erich Honecker hatte "junge Welt" am Wochenende angeregt, wieder ein Briefmarkenmotiv mit dem früheren DDR-Staatsratsvorsitzenden aufzulegen. Zuletzt war aus Anlaß des 25. Gründungsjubiläums der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft in der DDR 1972 eine Briefmarke mit dessen Konterfei an der Seite des sowjetischen Staats- und Parteichefs Leonid Breschnew herausgegeben worden. 40 Jahre später waren die jW-Leser aufgerufen, den Service der Deutschen Post zu nutzen, eigene Erich-Honecker-Wertmarken zu kreieren und einen Brief an "junge Welt" damit zu frankieren. Die ersten drei Einsender sollten Buchprämien bekommen.

Die Deutsche Post lehnte nun ein von einem "junge Welt"-Leser eingereichtes Motiv mit einem Foto Erich Honeckers plus Text "100 Jahre - Erich Honecker. 41 Jahre DDR - Kein Krieg" ab. Indem "junge Welt" vorliegenden Schreiben des zuständigen "Service-Team Plusbrief, Pluskarte, Marke, Portocard individuell" heißt es: "Aufgrund des von Ihnen gewünschten Bildmotivs müssen wir Ihren Auftrag leider ablehnen. Ihre Bestellung werden wir daher nicht weiter bearbeiten." Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von "post-individuell" sehen vor: "Generell unzulässig sind insbesondere Motive aus folgenden Kategorien: Krieg, Militär und Uniformen, nackte oder leicht bekleidete Menschen (auch Babys), Darstellung oder Verherrlichung von Drogen oder Gewalt sowie Abbildungen von Zigaretten und Alkohol. Mißverständliche und falsch interpretierbare Motive werden abgelehnt."

Der stellvertretende "junge Welt"-Chefredakteur Rüdiger Göbel erklärt dazu: "Nun trägt Honecker, 1987 noch als Staatsgast mit allen Ehren von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) in Bonn begrüßt, auf dem eingereichten Motiv weder eine Uniform, noch ist er nackt oder leicht bekleidet. Was also stört? Vielleicht die Erinnerung daran, daß in den 41 Jahrender DDR von deutschem Boden kein Krieg ausging? Das ist in der Tat weder mißverständlich noch falsch interpretierbar."

Quelle: junge Welt (ots)

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