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Studie: Mehrheit der Deutschen lässt sich von Corona nicht das Leben bestimmen

Archivmeldung vom 09.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Gähnen und gelangweilt (Symbolbild)
Gähnen und gelangweilt (Symbolbild)

Bild: Konstantin Gastmann / pixelio.de

Zwei Drittel der Deutschen sind überzeugt davon, dass unsere Gesellschaft "nach Corona" eine andere sein wird. Dennoch ist von flächendeckendem Missmut wenig zu spüren: die überwiegende Mehrheit blickt mindestens verhalten optimistisch und positiv-gestalterisch nach vorne.

Knapp drei Viertel ist überzeugt, das eigene Leben trotz Corona "im Griff" zu haben. Differenziert wird jedoch zwischen der gesellschaftlichen und der eigenen Lage. Das sind Kernergennisse einer repräsentativen Befragung der GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung. Hierzu wurden 1.020 Personen zur persönlichen Wahrnehmung der Corona-Krise befragt.

Danach glauben 66% der Deutschen, dass nach Bewältigung der Corona-Pandemie "nichts mehr so wird wie es war". Es überwiegt dabei aber Optimismus: zwar sehen 87% der Befragten Deutschland in einer "sehr großen Krise" - lediglich ein knappes Fünftel (19%) aller Deutschen schätzt dies jedoch für sich selbst so ein. Und ein angesichts der teils dramatisch dargestellten Entwicklungen relativ geringer Anteil von 25% aller Deutschen fühlt sich durch Corona "völlig aus der Bahn geworfen".

Entsprechend ist insgesamt ein mindestens verhaltener Optimismus in Deutschland spürbar: über die Hälfte aller Befragten (56%) blickt "optimistisch in die Zukunft". Ebenso sagen 55%, dass sie ihr "Leben genießen" und immerhin stimmt noch knapp die Hälfte (45%) der Aussage zu, mit dem eigenen Leben "rundum zufrieden" zu sein - bei den über 65-jährigen steigt dieser Wert sogar auf 55%. Knapp drei Viertel aller Deutschen (72%) sagt von sich, das eigene Leben trotz Corona (weiterhin) "im Griff" zu haben.

Der überwiegende Anteil der Deutschen versucht derzeit, das Beste aus der ungewohnten Situation zu machen: 83% stimmen der Aussage zu, dass sie sich "an den kleinen Dingen des Lebens freuen".

Diese positive Grundstimmung führt auch dazu, dass die Einschränkungen von der großen Mehrheit aus Überzeugung und nicht aufgrund von Strafandrohungen befolgt werden: 79% aller Befragten verzichten gerne auf persönliche Freiheiten und Rechte, wenn dies hilft, die Krise zu bewältigen. Dabei werden auch kurzfristige Konsumwünsche häufig zurückgestellt, um mittelfristig den lokalen Einzelhandel nicht zu gefährden: 73% geben an, den lokalen Einzelhandel so weit wie möglich zu unterstützen während lediglich 24% ihr Einkaufsverhalten zunehmend ins Internet verlagern.

GIM Geschäftsführer und Diplom-Psychologe Dr. Jörg Munkes ordnet die Ergebnisse so ein: "Die Corona-Pandemie hat das Weltbild vieler Menschen erschüttert. Auf Basis einer optimistisch-neutralen Grundhaltung herrscht in Deutschland gleichwohl aktuell eine konstruktive und aktiv-gestaltende Grundstimmung. Von Missmut ist also (fast) keine Spur!"

Über die Studie:

  • Grundgesamtheit: Bevölkerung in Deutschland über 18 Jahre
  • Stichprobe: Repräsentativ quotiert nach Alter, Geschlecht, Bildung und Bundesland
  • Erhebungsverfahren: Onlineinterviews (CAWI)
  • Fallzahl: 1020 Befragte
  • Erhebungszeitraum: 3. bis 8. April 2020
  • Schwankungsbreite (95% Konfidenzintervall): 1,4 (bei 5% Anteilswerten) bis 3,1 (bei 50% Anteilswerten)

Quelle: GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung GmbH (ots)

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