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Kirchenexperte Püttmann sieht implizites Schisma bei den Katholiken

Archivmeldung vom 14.05.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.05.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Lesben / Homosexuelle
Lesben / Homosexuelle

Bild: AARGON / pixelio.de

Der Politikwissenschaftler und Kirchenexperte Andreas Püttmann hat die Haltung der katholischen Kirche zu homosexuellen Partnerschaften scharf kritisiiert. Die Gläubigen müssten sich fragen: "Ist Gehorsam wider die eigene Einsicht in jedem Fall moralisch geboten?", sagte Püttmann der Kölnischen Rundschau.

Die Kirche könne Homosexuelle "keinem Zwangszölibat unterwerfen", sagte Püttmann: "Die biblische Aussage, es sei nicht gut, dass der Mensch allein bleibe, ist fundamentaler als die dann beschriebene grundsätzliche Zuordnung von Mann und Frau." Grotesk werde das Ganze dadurch, "dass die Spatzen ja von den Dächern pfeifen, in wie hohem Maß der Klerus selbst homosexuell ist". Das Aufbegehren gegen diese "Lebenslüge" der katholischen Kirche sei verständlich, so Püttmann, der sich in mehreren Büchern mit der Lage dieser Kirche befasst hat.

Püttmann fragte auch vor dem Hintergrund des für diesen Samstag geplanten "Predigerinnentages": " Wenn Frauen Priester mit ausbilden, dann werden sie doch wohl auch predigen können? Notfalls wählt man Lösungen wie die für Pastoralreferenten im Gottesdienst, als katechetische Unterweisung." Allerdings komme der Vatikan bei der Frage der Priesterinnenweihe kaum um die Entscheidung von Papst Johannes Paul II. herum, der sie als endgültig entschieden definiert hatte.

Innerlich habe die Kirchenleitung schon viele Gläubige verloren, sagte Püttmann: "Das implizite Schisma droht zum offenen zu werden." Das große Problem der globalen römischö-katholischen Kircdhe sei die kulturelle Ungleichzeitigkeit: "Als sogenannter liberaler Katholik machen Sie in Afrika oder Osteuropa keine Schnitte, weder beim Thema Frauenweihe noch beim Thema Homosexualität." Der Vatikan könne "nur begrenzte Zugeständnisse machen, wenn die Weltkirche nicht auseinanderfliegen soll - und damit wird er viele deutsche Gläubige nicht halten können."

Quelle: Kölnische Rundschau (ots)

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