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Sachsen-Anhalt Waldbrände: Angst vor Munitionsaltlasten

Archivmeldung vom 05.07.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.07.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Mit nur 15% der Ausgaben für Militär weltweit könnte jeder Mensch auf dem Planeten sich in einem 5 Sterne Restaurant versorgen lassen, 900kg Getreide kaufen und im Überfluß leben (Symbolbild)
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Bild: Eigenes Werk /OTT

Angesichts des Waldbrandes auf einem munitionsbelasteten ehemaligen Truppenübungsplatz in Mecklenburg-Vorpommern wächst auch in Sachsen-Anhalt die Sorge vor derartigen Katastrophen. Allein dem Bund gehören im Land noch 7 000 Hektar Wald, die als sogenannte Kampfmittelverdachtsflächen gelten, sprich: als verseucht mit alter Munition. Das geht aus Daten des Bundesfinanzministeriums hervor, die der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung vorliegen.

"Angesichts dieser Größenordnung ist es wahrscheinlich, dass so etwas wie in Mecklenburg-Vorpommern auch bei uns passiert", warnte der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben, der die Daten beim Finanzministerium erfragt hatte. Demnach handelt es sich bei den 7 000 Hektar um 108 munitionsbelastete Waldflächen im Land, unter anderem ehemalige Truppenübungsplätze. Hinzu kommen 17 weitere einst militärisch genutzte Gebiete mit insgesamt 13 700 Hektar, die der Bund als "Nationales Naturerbe" mittlerweile an Dritte abgegeben hat, etwa an Stiftungen wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Erben geht davon aus, dass auch ein Großteil dieser Flächen noch belastet ist. "Wenn es überhaupt Räumungen gegeben hat, dann höchstens im kleinen Rahmen", etwa bis zu einer Tiefe von 20 Zentimetern im Boden. Nach DBU-Angaben ist auf den meisten ihrer Naturerbeflächen, in Sachsen-Anhalt insgesamt 11 000 Hektar, "von einer Kampfmittelbelastung im Gelände auszugehen".

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung (ots)

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