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Vermieter verstoßen häufig gegen neue Energieausweis-Pflicht

Archivmeldung vom 16.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bauthermografie: Thermografie einer Gebäudewand
Bauthermografie: Thermografie einer Gebäudewand

Foto: Lutz Weidner
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Vermieter verschweigen häufig Angaben über den Energieverbrauch ihrer Immobilie. Mieter und Mietinteressenten bekommen zu selten Einblick in den Energie-Ausweis, obwohl dazu eine gesetzliche Pflicht besteht. Das ist das Ergebnis von Untersuchungen der "Deutschen Umwelthilfe" und vom "Bündnis Energieausweis", die dem NDR Politikmagazin "Panorama 3" vorliegen. Demnach entspricht beispielsweise jede vierte Wohnungsanzeige nicht den gesetzlichen Vorschriften. Die "Deutsche Umwelthilfe" überprüfte Mitte Mai insgesamt 3000 Annoncen, in fast jeder dritten (32 Prozent) fehlten die notwendigen Angaben zum Energieausweis. Bei einer weiteren Überprüfung Mitte Juli waren immer noch 24 Prozent unvollständig.

Der Energieausweis wurde eingeführt, um Mieter und Eigentümer über die Energieeffizienz ihrer Wohnung aufzuklären. Seit dem 1. Mai schreibt die Energieeinsparverordnung vor, dass bei Wohnungsbesichtigungen der Energieausweis unaufgefordert vorgelegt werden muss. Wesentliche Angaben des Ausweises, wie die Energieffizenzklasse, müssen bereits in Immobilienanzeigen genannt sein. Für Verstöße droht ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro.

Das "Bündnis Energieausweis" untersuchte zudem, ob sich Makler und Vermieter an ihre Offenlegungspflicht bei Wohnungsbesichtigungen halten. Wenn nicht in der Anzeige, so muss spätestens bei einem Besichtigungstermin der Energiepass vorgelegt werden. Stichprobenweise besuchte das "Bündnis Energieausweis" Besichtigungstermine, bei denen die Angaben zur Energieeffizienz der Immobilien in den Anzeigen fehlten. Bei lediglich zehn Prozent der 77 Stichproben wurde beim Besichtigungstermin der Energieausweis unaufgefordert vorgelegt. Bei 70 Prozent war ein Ausweis gar nicht erst vorhanden.

Michael Herma vom "Bündnis Energieausweis" forderte gegenüber "Panorama 3" eine Reform des Energieausweises: "Das Ergebnis zeigt, dass das Instrument Energieausweis beim Vermieter und Mieter und beim Käufer und Verkäufer nicht angekommen ist, und daran muss man arbeiten". Kritisiert wird unter anderem, dass es zwei völlig unterschiedliche Arten für das Papier gebe, die untereinander kaum vergleichbar sind. Außerdem gelten die Angaben auf dem Ausweis noch immer als kompliziert und schwer verständlich.

Auch Vertreter aller Parteien im Bundestag forderten gegenüber "Panorama 3" Änderungen am Energieausweis. Michael Groß, energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: "Das ist keine intelligente, gute Lösung, weil zwei Ausweise dazu führen, dass der Verbraucher verwirrt wird." Der Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel (CDU): "Der Ausweis ist zu kompliziert, wir müssen ihn vereinfachen. Die Ablehnung derer, die ihn anwenden müssen, hängt maßgeblich damit zusammen."

Die Eigentümerschutz-Gemeinschaft "Haus & Grund" fordert hingegen, dass von Verschärfungen der energetischen Vorgaben an bestehenden Gebäuden abgesehen wird. Der Verband begrüßt es, dass nach dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD die aktuell geltenden Vorgaben nicht weiter verschärft werden sollen.

Das "Bündnis Energieausweis" ist ein Zusammenschluss von insgesamt 13 Verbänden, die sich für eine Überarbeitung des Energieausweises einsetzen. Mitglieder sind u. a. der Deutsche Mieterbund, der TÜV Hessen, Umweltverbände wie der BUND und der Bundesverband Gebäudeenergieberater (GIH).

"Panorama 3": Dienstag, 16. September, um 21.15 Uhr im NDR Fernsehen

Quelle: NDR Norddeutscher Rundfunk (ots)

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