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Kandinskys Vermächtnis, seine ermordete Witwe und das Gemälde "Reciproque" zugunsten der UNO

Archivmeldung vom 28.02.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.02.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Wilhelm Heußer, Verleger aus Heilbronn, mit dem Kandinsky-Werk "Reciproque", das jetzt zugunsten der UNO-Flüchtlingshilfe angeboten wird.  Bild: "obs/HW Verlag Wilhelm Heußer/Norbert Kick"
Wilhelm Heußer, Verleger aus Heilbronn, mit dem Kandinsky-Werk "Reciproque", das jetzt zugunsten der UNO-Flüchtlingshilfe angeboten wird. Bild: "obs/HW Verlag Wilhelm Heußer/Norbert Kick"

Er war ein berühmter Künstler des Expressionismus, einer der Wegbereiter abstrakter Kunst und schuf - gemeinsam mit Franz Marc - die Gemeinschaft "Der Blaue Reiter": Wassily Kandinsky, 1866 geboren in Moskau, 1944 in Neuilly-sur-Seine, in Frankreich gestorben.

Als in den 1930er Jahren in Spanien der Bürgerkrieg tobte, wollte Kandinsky Gutes tun und ließ sein Werk "Reciproque" als Siebdruck 200-mal "für karikative Zwecke bei Bürgerkriegsflüchtlingen" duplizieren. Doch in den Kriegswirren verschwanden Original wie die 200 Drucke; erst Jahre später wurde ein einziges Blatt wiedergefunden.

Der Heilbronner Kunstbuch-Verleger Wilhelm Heußer hörte 1976 von der Geschichte, beschaffte das wiedergefundene Exemplar und nahm Kontakt zu Kandinskys Witwe Nina auf. Eine schillernde Persönlichkeit, die beispielsweise in einem 13jährigen Rechtsstreit gegen "Boot"-Autor und Kunstsammler Lothar-Günther Buchheim nach zwei verlorenen Instanzen vor dem Bundesgerichtshof gegen Buchheim obsiegte und ihm den Verkauf eines opulenten Bildbandes mit 69 Kandinsky-Werken verbieten ließ.

Glück hatte die steinreiche Witwe letztendlich nicht - sie wurde im September 1980, im Alter von 84 Jahren, in ihrem Chalet "Esmeralda" in schweizerischen Gstaad Opfer eines bis heute ungeklärten Raubüberfalls und vom Täter erwürgt.

Mehr Glück mit der Witwe als Buchheim hatte Verleger Heußer, der von ihr - um die ursprüngliche humanitäre Idee Kandinskys zu erfüllen - die Genehmigung für 1.000 Siebdrucke des Werkes "Reciproque" erhielt, von denen 200 Blätter zugunsten der UNO-Flüchtlingshilfe verkauft werden sollen. Hergestellt wurden die Drucke von Hans-Peter Haas, der unter Fachleuten als weltweit bester Siebdrucker gilt.

"Der Druck", so Verleger Heußer, "gilt heute als das Vermächtnis Kandinskys. "Neu geschaffen, viele Jahrzehnte nach dem Tod des Malers, als Garant für die Erfüllung eines Versprechens für die Menschlichkeit." Eine Restauflage ist noch vorhanden und zum Preis von 960 Euro erhältlich. 50 Prozent gehen direkt an die Flüchtlingshilfe der UNO in Bonn.

Quelle: HW Verlag Wilhelm Heußer (ots)

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