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Sterbefallzahlen in der 6. Kalenderwoche 2021 im Bereich des Durchschnitts der Vorjahre

Freigeschaltet am 23.02.2021 um 14:10 durch Sanjo Babić
Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt

Bild: Eigenes Werk /OTT

Nach einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind in der 6. Kalenderwoche (8. bis 14. Februar) in Deutschland 20 468 Menschen gestorben. Diese Zahl liegt im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020. In der ersten Februarwoche lagen die Sterbefallzahlen nach aktuellem Stand noch leicht über dem Durchschnitt der vier Vorjahre (+3 % oder 623 Fälle).

Im gesamten Januar 2021 lagen die Sterbefallzahlen 20 % über dem Durchschnitt von 2017 bis 2020. Dies geht aus einer Sonderauswertung der vorläufigen Sterbefallzahlen hervor. Durch ein neues Hochrechnungsverfahren, das das Statistische Bundesamt seit Kurzem einsetzt, können die ersten Sterbefallzahlen für Deutschland bereits nach etwa einer Woche veröffentlicht werden.

Zahl der COVID-19-Todesfälle geht weiter zurück

Ein Vergleich der gesamten Sterbefälle mit der Zahl der beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten COVID-19-Todesfälle ist derzeit bis einschließlich der 4. Kalenderwoche 2021 (25. bis 31. Januar) möglich. In dieser Woche gab es laut dem RKI 3 720 COVID-19-Todesfälle. Die Zahl ist damit gegenüber der Vorwoche um 755 Fälle gesunken.

Auch die gesamten Sterbefallzahlen gingen in der 4. Kalenderwoche weiter zurück, lagen aber noch um 2480 Fälle beziehungsweise 12 % über dem Durchschnitt der vier Vorjahre. Seit der 5. Kalenderwoche (1. bis 7. Februar) liegen die Sterbefallzahlen im Bereich dieses Durchschnitts beziehungsweise nur leicht darüber. Laut aktuellem Influenza-Wochenbericht des RKI ist die Aktivität sonstiger Atemwegserkrankungen, die normalerweise mit einem Anstieg der Sterbefallzahlen am Jahresanfang zusammenhängt, in dieser Wintersaison auf einem vorher nie erreichten, niedrigen Niveau. Insbesondere in den Jahren 2017 und 2018 waren die Sterbefallzahlen durch starke Grippewellen in den ersten Monaten des Jahres deutlich erhöht.

Größte Unterschiede zum Durchschnitt in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Auf Länderebene lassen sich die Sterbefallzahlen derzeit bis einschließlich der 3. Kalenderwoche 2021 abbilden. Die höchsten Differenzen zum Durchschnitt der Vorjahre weisen in dieser Woche Sachsen-Anhalt (+56 % oder 370 Fälle) und Sachsen auf (+52 % oder 581 Fälle). In Thüringen (+39 % oder etwa 233 Fälle), Brandenburg (+33% oder 232 Fälle) und Mecklenburg-Vorpommern (+30 % oder 133 Fälle) lag die Zahl der Sterbefälle in der dritten Januarwoche ebenfalls mindestens 30 % über dem Durchschnitt der vier Vorjahre.

Innerhalb Europas Portugal und England derzeit am stärksten betroffen

Das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen ordnet Befunde zur Übersterblichkeit mit einem anderen Ansatz europaweit vergleichend ein. Auf Basis einer eigenen Hochrechnung unvollständiger Meldungen liegen dort ebenfalls erste Ergebnisse bis zur 6. Kalenderwoche vor, die sich durch Nachmeldungen noch verändern können. Für diese Woche wird bei EuroMOMO bereits jetzt eine sehr hohe Übersterblichkeit ("very high excess") für Portugal gemeldet. Für England wird eine mäßige Übersterblichkeit ("moderate excess") angegeben. In anderen europäischen Ländern stellt EuroMOMO für diese Kalenderwoche maximal eine niedrige Übersterblichkeit ("low excess") fest.

Methodische Hinweise zu den Sterbefallzahlen für Deutschland:

Grundlage der Sonderauswertung für die Jahre 2020 und 2021 sind erste vorläufige Daten (Rohdaten). Dabei handelt es sich zunächst um eine reine Fallzahlauszählung der eingegangenen Sterbefallmeldungen aus den Standesämtern ohne die übliche Plausibilisierung und Vollständigkeitskontrolle der Daten. Durch gesetzliche Regelungen zur Meldung von Sterbefällen beim Standesamt und Unterschiede im Meldeverhalten der Standesämter an die amtliche Statistik sind diese Daten noch unvollständig.

Aufgrund der hohen Relevanz aktueller Sterbefallzahlen in der Corona-Pandemie hat das Statistische Bundesamt ein Schätzmodell zur Hochrechnung der unvollständigen Daten entwickelt. Mit diesem Modell lassen sich bundesweite Sterbefallzahlen bereits nach etwa einer Woche bereitstellen. Dabei werden die Sterbefallzahlen der letzten neun dargestellten Wochen auf Basis der bislang eingegangenen Meldungen aus den Standesämtern hochgerechnet. Die Zahlen können deshalb zu einem späteren Zeitpunkt geringfügig höher oder geringfügig niedriger sein. Die Schätzung basiert auf in der Vergangenheit beobachteten Mustern im Meldeverzug, die sich regional zum Teil deutlich unterscheiden. Miteinander vergleichbare Ergebnisse für die Bundesländer liegen deshalb erst nach etwa vier Wochen vor.

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)


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