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Mehr Sterbefälle, weniger Geburten und Eheschließungen im Jahr 2020

Archivmeldung vom 26.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt

Bild: Eigenes Werk /OTT

Im Jahr 2020 kamen in Deutschland rund 773 000 Kinder zur Welt. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) etwa 5 000 Kinder weniger als im Vorjahr (-0,6 %). Damit setzte sich der Rückgang fort, der nach dem letzten starken Anstieg der Geburtenzahlen im Jahr 2016 eingesetzt hatte.

Der Jahrgang 2020 gehört trotzdem zu den fünf stärksten Geburtsjahrgängen der letzten beiden Jahrzehnte (seit 1999). Das Geburtengeschehen im Gesamtjahr 2020 wurde offenbar nicht von der Corona-Pandemie beeinträchtigt.

Zahl der Sterbefälle um 5 % gestiegen

Im Gegensatz zu den Geburten stieg die Zahl der Sterbefälle im ersten Corona-Jahr 2020 deutlich an. Mit rund 986 000 wurden etwa 46 000 Sterbefälle mehr registriert als im Jahr zuvor, das entspricht einem Anstieg um 5 %. Ein Teil dieses Anstiegs ist auf kalendarische sowie demografische Aspekte zurückzuführen: 2020 war ein Schaltjahr, sodass sich durch den zusätzlichen Tag ein Anstieg um etwa 3 000 Sterbefälle gegenüber dem Vorjahr ergibt. Werden außerdem der bisherige Trend zu einer steigenden Lebenserwartung und die bislang absehbaren Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigt, wäre ein Anstieg der Sterbefälle um etwa 1 bis 2 % für das Jahr 2020 zu erwarten gewesen.

Differenz von Sterbefällen und Geburten nimmt zu

Nach diesen Ergebnissen starben im vergangenen Jahr 212 000 Menschen mehr, als Kinder geboren wurden. 2019 hatte dieses sogenannte Geburtendefizit 161 000 betragen. Ähnlich hoch wie 2020 war die Differenz zwischen Sterbefällen und Geburten zuletzt im Jahr 2013.

10 % weniger Eheschließungen

2020 wurden etwa 373 000 standesamtliche Eheschließungen registriert. Das waren etwa 43 000 oder 10 % weniger als 2019. Besonders stark war der Rückgang im April mit etwa 37 % weniger Eheschließungen als im Vorjahresmonat, nachdem im Zuge der Corona-Pandemie seit Mitte März 2020 Standesämter geschlossen oder nur reduziert geöffnet waren - zudem war oft nur eine kleine Personenzahl bei der Trauung zugelassen. Vor Inkrafttreten dieser Einschränkungen hatten im Februar 2020 knapp die Hälfte (49 %) mehr Paare geheiratet als im Februar 2019. Dazu haben offenkundig die besonderen Hochzeitsdaten 02.02.2020 und 20.02.2020 beigetragen - zu einem geringeren Teil auch der zusätzliche Februartag im Schaltjahr.

Auch die Zahl der Eheschließungen gleichgeschlechtlicher Paare ging 2020 zurück. Sie nahm zwar um 29 % ab, doch das lag vor allem an einem Rückgang der Umwandlungen eingetragener gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften in eine Ehe. Die Zahl der neu geschlossenen Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen ging dagegen in ähnlicher Größenordnung wie die Eheschließungen insgesamt zurück (-9 %).

Methodische Hinweise:

Alle Ergebnisse für 2020 sind vorläufig und stammen aus der regulären Aufbereitung der Statistik der Geburten, der Sterbefälle und der Eheschließungen, die auf Basis von Meldungen aus den Standesämtern erstellt werden. Die endgültigen Daten werden turnusgemäß Mitte des Jahres vorliegen und auch eine Auswertung nach weiteren Merkmalen - beispielsweise nach Alter - ermöglichen.

Der Bereich für einen erwartbaren Anstieg der Sterbefallzahlen ergibt sich aus durchschnittlichen Veränderungen der Vorjahre, Ergebnissen der Bevölkerungsvorausberechnung und der Berücksichtigung des zusätzlichen Tages im Schaltjahr 2020.

Die Methodik der Statistik der Sterbefälle unterscheidet sich von der reinen Fallzahlauszählung der Sterbefallmeldungen aus den Standesämtern, die das Statistische Bundesamt derzeit aufgrund der hohen Relevanz aktueller Sterbefallzahlen in der Corona-Pandemie als wöchentliche Sonderauswertung veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Auswertung von Rohdaten ohne die übliche Plausibilisierung und Vollständigkeitskontrolle der Daten.

2018 war die Zahl der Eheschließungen als Folge der Einführung der "Ehe für alle" wenige Monate vor Jahresbeginn besonders hoch. Seitdem sind Hochzeiten gleichgeschlechtlicher Paare in der Zahl der Eheschließungen enthalten. Das Ergebnis des Jahres 2018 umfasst auch die Fälle aus 2017.

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)


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