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Umfrage: Mehrheit wünscht Berufsverbot für Depressive in sensiblen Berufen

Archivmeldung vom 10.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Martin Müller / pixelio.de
Bild: Martin Müller / pixelio.de

Die Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich offenbar ein Berufsverbot für depressive Menschen in sensiblen Berufen. Nach einer Umfrage der Meinungsforscher von Emnid im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Focus" bejahen 58 Prozent der Deutschen die Frage: "Sollte es ein Berufsverbot für an Depression erkrankte Personen bei sensiblen Berufsgruppen wie Pilot, Busfahrer oder Lokführer geben?"

Nur 32 Prozent der Befragten lehnten dies ab. Zehn Prozent machten keine Angaben. Vor allem Wähler von SPD (80 Prozent), FDP (78 Prozent) und AfD (60 Prozent) sowie Schüler (70 Prozent) und Senioren (66 Prozent) sprachen sich laut der Umfrage mit großer Mehrheit für ein Berufsverbot aus. Die geringste Zustimmung (40 Prozent) gab es bei Hochgebildeten, die Abitur und Hochschulabschluss vorweisen können. Für die Umfrage wurden 1.000 Bundesbürger befragt.

Bayerns Innenminister: Berufsverbot für depressive Menschen denkbar

Vor dem Hintergrund des Flugzeugunglücks in den französischen Alpen hält Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein Berufsverbot für Menschen mit Depressionen für denkbar. Voraussetzung sei eine "sorgfältige medizinische Begutachtung", sagte Herrmann dem Nachrichtenmagazin "Focus".

"Wenn diese zum Ergebnis kommt, dass etwa ein Pilot, ein Busfahrer oder ein Taxifahrer dauerhaft nicht mehr geeignet ist, Menschen oder sonstige Güter zu transportieren, ohne dass Gefahr für Leib und Leben anderer besteht, dann kann solchen Personen auch der Führerschein bzw. die Lizenz entzogen werden", so Herrmann.

Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Karl Lauterbach: "Bei bestimmten Formen der Depression könnte ein Berufsverbot unter bestimmten Umständen notwendig sein." Das hänge aber sehr vom Einzelfall ab.

"Wenn etwa eine gefährliche Depression klar diagnostiziert wird und sich der Patient einer Behandlung verweigert, wäre ein Berufsverbot die letzte Konsequenz", so Lauterbach. In einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Focus" befürworten 58 Prozent der Bevölkerung ein solches Berufsverbot, wenn die depressiv erkrankten Personen in sensiblen Berufen arbeiten.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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