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Lehrerverband: Schulprobleme werden von Pisa-Studie nicht erfasst

Archivmeldung vom 07.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Fabian Pittich
Bild: Petra Morales / pixelio.de
Bild: Petra Morales / pixelio.de

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, hat die neue Pisa-Studie scharf kritisiert. Der OECD warf Kraus in der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwochausgabe) vor, "nach wie vor wenig Ahnung" vom deutschen Schulwesen zu haben. So verkenne sie die Vielfalt der schulischen Möglichkeiten in Deutschland, darunter die duale Berufsausbildung und den zweiten Bildungsweg.

"Die tatsächlichen Probleme des deutschen Schulwesens werden durch Pisa nicht erfasst", sagte Kraus. Dazu gehöre, dass es immer noch viele Klassen mit mehr als 30 Schülern gebe. Beim Lehrernachwuchs zeichne sich ein gravierendes Problem vor allem in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern ab. "Die Kultusminister müssen endlich ein Konzept für die Nachwuchswerbung bei den Lehrern auf den Tisch legen".

Kraus sagte weiter, die Pisa-Studie spiegele nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit und des Wissens an den deutschen Schulen wider. Weder Allgemeinbildung, noch ethisches oder ästhetisches Grundwissen, noch Fächer wie Geographie würden gemessen. Beim Leseverständnis seien die Zahlen wegen der speziellen Probleme in Deutschland mit Migrantenkindern nicht mit anderen Ländern wie Finnland vergleichbar. "Ich sehe in den Schulen eher gewisse Kollateralschäden der Pisa-Messerei, indem nämlich die Schüler sehr auf solche Tests hingetrimmt werden".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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