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Feuerwehr kommt in Norddeutschland oft zu spät

Archivmeldung vom 26.10.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.10.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: s.media  / pixelio.de
Bild: s.media / pixelio.de

In vielen norddeutschen Kommunen kommt die Feuerwehr häufig zu spät oder mit zu wenigen Einsatzkräften zum Brandort. Bundesweit gilt: acht Minuten nach der Alarmierung soll die Feuerwehr mit zehn Einsatzkräften vor Ort sein - auf dieses Schutzziel haben sich die Berufsfeuerwehren verständigt. Von zehn großen norddeutschen Städten, die das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin "Markt" im NDR Fernsehen und der Radiosender "NDR Info" dazu befragten, erreicht nach eigenen Angaben nur Wolfsburg dieses Ziel in 95 Prozent der Fälle. Hannover kommt auf 90 Prozent. Deutlich schlechter ist die Situation in Hamburg, Bremen und Osnabrück.

In Hamburg kommt die Feuerwehr lediglich bei 75 Prozent der Brände schnell genug und mit ausreichend Kräften zum Einsatzort, in Osnabrück schafft sie es gerade mal in 60 Prozent der Fälle. Die Stadt Bremen hat sogar das Schutzziel selbst gesenkt: Anders als von der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF) festgelegt, sollen in Bremen nicht mehr zehn Feuerwehrleute in acht Minuten am Brandort sein, sondern nur noch acht Feuerwehrleute in zehn Minuten. Auch in Rostock, Lübeck und Braunschweig wird das Schutzziel der AGBF nicht erreicht. Kiel und Schwerin nannten dem NDR keine Zahlen.

Der Grund für die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Feuerwehr in vielen Städten ist Personalmangel. In Bremen waren in diesem Jahr laut Gewerkschaftsangaben bereits an 178 Tagen weniger Einsatzkräfte im Dienst als vorgesehen, dadurch blieben auch Löschfahrzeuge unbesetzt. Klaus Schmitz vom Personalrat der Bremer Feuerwehr sagt, ganze Stadtteile stünden streckenweise ohne Löschfahrzeug da, für ihn ein unhaltbarer Zustand: "Wir werden hier Schwerverletzte und Brandtote zu beklagen haben aufgrund der Personalnot, die wir haben. Es geht hier um die Sicherheit der Menschen und um die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen." Der Bremer Senat sieht Verbesserungsbedarf in den Randbezirken der Stadt und erklärt gegenüber dem NDR, es werde schwierig, wenn Überstunden zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes zwingend erforderlich werden: "Da bei der Feuerwehr Bremen ein Missverhältnis entstanden ist, wird die Personalstärke derzeit angehoben."

Die häufigste Todesursache bei Wohnungsbränden ist eine Rauchgasvergiftung. Nach 17 Minuten im Qualm kann ein Mensch nicht mehr wiederbelebt werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF) hält daher in der Definition der Schutzziele fest: Zehn Einsatzkräfte in acht Minuten seien erforderlich, um die Menschenrettung bei einem "kritischen Wohnungsbrand" noch rechtzeitig durchführen zu können.

Dass Einsatzstellen in Hamburg oft nicht in der vorgesehenen Zeit erreicht werden, sei unter anderem auf "krankheitsbedingte Unterbesetzung von Einsatzfahrzeugen" und "veränderte Verkehrsbedingungen" zurückzuführen, erklärt die Hamburger Innenbehörde gegenüber dem NDR. Die Stadt Osnabrück hält fest, der Bau einer weiteren Feuerwache sei in Planung. "Die Stadt Osnabrück geht davon aus, dass mit der Inbetriebnahme einer zweiten Feuerwache der beschlossene Erreichungsgrad erreicht werden wird."

Mehr dazu am Montag, 26. Oktober, um 20.15 Uhr in der Sendung "Markt" im NDR Fernsehen. Im Internet: www.NDR.de/markt

Quelle: NDR Norddeutscher Rundfunk (ots)

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