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Historiker-Vorsitzende: Proteste wie in Chemnitz sind normal und letztlich nützlich

Archivmeldung vom 13.09.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.09.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Friedliche Demonstranten in Chemnitz (08-2018)
Friedliche Demonstranten in Chemnitz (08-2018)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Die Vorsitzende des Deutschen Historikerverbandes (VHD), Eva Schlotheuber, hat gesellschaftlichen Dissenz wie derzeit um die Flüchtlingsfrage als normal und letztlich nützlich bewertet. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte die Professorin, "eine Gesellschaft lebt davon, dass sie sich durch Konflikte erschüttern lässt und sich in der Folge wandelt und weiterentwickelt".

Dissenz setze den Prozess des Nachdenkens und damit Anpassung an neue Gegebenheiten in Gang. Mit Blick auf die jüngsten Vorgänge in Sachsen sagte die VHD-Vorsitzende: "Derart massive und anhaltende Proteste sind ein Anzeichen für eine gravierende gesellschaftliche Schieflage, der man auf jeden Fall aufmerksam und konstruktiv begegnen sollte. Das muss man aus historischer Perspektive ebenso nüchtern wie deutlich sagen, ohne dass man Extremisten hinterherlaufen darf."

Sie sehe mit Sorge, dass Chemnitz und die Folgen nicht nur eine geteilte, sondern eine gespaltene Gesellschaft mitsamt Unversöhnlichkeit und Hass verdeutlichten. "In einer gespaltenen Gesellschaft fehlt die Bereitschaft zu einem wirklichen Dialog. Dann wird es für eine Demokratie schwierig", warnte die Historikerin, die Geschichte an der Universität Düsseldorf lehrt.

"Gespaltene Gesellschaften" lautet auch das Motto des 52. Historikertages vom 25. bis 28. September in Münster, dem mit mehr als 3500 Teilnehmern größten geisteswissenschaftlichen Kongress in Europa. Historisches Wissen schützt laut Schlotheuber vor Spaltung und Populismus. Es sei "ein gutes Wirkmittel gegen 'fake news' und Geschichtsverfälschungen aller Art oder einfache populistische Antworten, wenn man sich selbstständig im historischen Raum orientieren kann". Sich mit der Vergangenheit zu befassen setze die Fähigkeit voraus, "nicht die eigenen Vorstellungen und Sichtweisen in den Mittelpunkt" zu rücken, sondern zu versuchen "'fremde' Stimmen und Prozesse in Erfahrung zu bringen und zu verstehen". Historische Bildung schule daher Toleranz und Dialogbereitschaft.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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