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Opfervertreter beklagen zu wenig Einsatz gegen Kindesmissbrauch

Archivmeldung vom 03.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Missbrauch, Gewalt und Vergewaltigung (Symbolbild)
Missbrauch, Gewalt und Vergewaltigung (Symbolbild)

Bild: RS / pixelio.de

Frühere Opfer von Kindesmissbrauch mahnen Bund und Länder zu einem stärkeren Einsatz zum Schutz von Kindern an. Acht Jahre nach den Enthüllungen über massiven sexuellen Missbrauch am Berliner Canisius-Kolleg und an der hessischen Odenwaldschule seien viele Ankündigungen und Versprechen der Politik noch immer nicht erfüllt, beklagen zwei Vertreter vom Betroffenenrat beim Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung.

Der Etat des Beauftragten sei mit fünf bis sechs Millionen Euro pro Jahr zudem viel zu gering für eine angemessene Präventionsarbeit und die Stelle nur noch bis März 2019 vorgesehen. Auch in den Bundesländern müssten Beauftragtenstellen eingerichtet werden, um Konzepte zur Verhinderung von Kindesmissbrauch in Schulen und Vereinen zu entwickeln und umzusetzen. "Es ist erschreckend, dass nach einer Studie des Deutschen Jugendinstituts etwa 87 Prozent der Schulen kein umfassendes Schutzkonzept haben", sagte ein Vertreter dem "Spiegel". Nach Schätzungen sitzen in jeder Schulklasse im Schnitt ein bis zwei Opfer sexueller Gewalt. Völlig unverständlich sei auch, dass sich bis heute nur 3 der 16 Bundesländer am 2013 eingerichteten Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich beteiligt hätten. Aus diesem Fonds sollen unter anderem Therapien für Opfer bezahlt werden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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