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Im Kampf mit der Globalisierung der Sprache

Archivmeldung vom 25.05.2005

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.05.2005 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Michael Dahlke

Frankreich bemüht sich, mit verordneten französischen Begriffen die Anglizismen abzuwehren - jetzt gibt es eine neue verbindliche Liste für Internetbegriffe wie Blog oder Hoax. TELEPOLIS, berichtet

Die Grande Nation versucht, gegen den Andrang aus dem Ausland, ihre Kultur und vor allem auch ihre Sprache zu erhalten. So wird insbesondere mit einem seit 1994 gültigen Gesetz darum gekämpft, die anbrandende Welle der Anglizismen abzuwehren, indem vorgeschrieben wird, welche französischen Ausdrücke stattdessen verwendet werden sollen. Die im Kulturministerium angesiedelte Sprachüberwachungsbehörde Delégation général a la langue francaise (DGLF) hat dabei alle Hände voll zu tun, mit den sprachlichen Innovationen mitzuhalten und die Auswirkungen der Globalisierung einzudämmen.

Bei dem ganzen Unternehmen der Sprachkontrolle geht es nicht nur um die Bewahrung des Französischen, sondern auch um die Einheit der Nation. Sie werde auch mit der Sprache gesichert, die zudem im Ausland die Geltung Frankreichs herausstellen soll. Die DGLF bemüht sich, für bestimmte Bereiche Aktualisierungen der französischen Begriffe vorzunehmen, die ansonsten von in aller Regel englischen invasiven Ausdrücken besetzt werden könnten. Das geht mitunter soweit, dass nach einer Verordnung vom 14. Mai 2005 zwar der Begriff management verwendet, aber nicht englisch ausgesprochen werden darf.

Solche Listen gibt es seit 1999 auch für den Bereich des Internet. Hier droht mit jeder neuen Hard- und Software auch ein neues Fremdwort in die französische Sprache einzudringen. Vor sechs Jahren musste man feststellen, dass die französische Sprache im Internet nicht der Bedeutung der Nation entsprechend repräsentiert sei. Um der Sprache dem ihr gebührenden "strategischen Platz" einzuräumen, wurde damit begonnen, den natürlich auch in Frankreich geläufigen Begriffen wie dem Internet (la toile), der Homepage (pages sur la toile), dem Chat (la causette), dem Hacker (le fouineur) oder neuerdings einem hot spot (zone d'accès sans fil) eigene Begriffe entgegenzustellen und deren Verwendung, mit Geldstrafen bewehrt, durchzusetzen.

Am 20 Mai wurde nun erneut eine Liste vorgelegt, technisch mitzuhalten, aber sprachlich nicht der Uniformität anheim zu fallen. Nachdem sich nun schon seit Jahren die Blogs im Web verbreitet haben und auch die französischen Internetnutzer davon ergriffen wurden, gibt es nun endlich die korrekte französische Übersetzung, die die französische Vorliebe der differance hervorhebt, auch wenn sie klein ist: le bloc (Site sur la toile, souvent personnel, présentant en ordre chronologique de courts articles ou notes, généralement accompagnés de liens vers d'autres sites). Und ein Weblog heißt: bloc-notes.

Natürlich sollten die Franzosen nicht von einem Hoax sprechen oder schreiben, sondern von einem canular. Selbst Kleinigkeiten wie logiciel antivirus für antivirus program bzw. software oder modérateur, -trice für Moderator werden geregelt. Immerhin, ein Virus bleibt ein virus, und ein "worm" (Computerwurm) wird zu einem ver.

Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20156/1.html

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