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Langen: Familienzusammenführung mit Hindernissen: 80-Jähriger 10.000 km unterwegs

Archivmeldung vom 08.01.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.01.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de
Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de

Zu einer Familienzusammenführung der kuriosen Art kam es am Sonntag in einem Restaurant in Langen. Nach Angaben des Wirtes befand sich seit geraumer Zeit ein älterer Herr in seinem Restaurant, der augenscheinlich afrikanischer Herkunft und elegant gekleidet war. Der ältere Mann trank nichts, aß nichts und auf die Frage, ob er etwas bestellen wolle, gab es keine Antwort. Daraufhin rief der Wirt bei der Polizeistation in Langen an und bat diese um Unterstützung. Vor Ort kam alles ganz anders als zunächst gedacht.

Die Streifenbeamten sprachen den Mann auf Spanisch und Englisch an, was jedoch misslang. Glücklicherweise betrat eine 46-jährige Frau aus Mörfelden-Walldorf das Restaurant. Die Polizisten aus Langen baten die Frau, die das Restaurant mit einer größeren Gruppe betrat, um Hilfe. Und siehe da, ihr fließendes Französisch war der Schlüssel zum Erfolg. Es stellte sich heraus, dass der 80-jährige Mann aus La Reunion, einem Inselparadies im Indischen Ozean, stammt und er auf dem Weg nach Nizza zu seinem Sohn war. Zunächst flog er nach Madagaskar, von dort weiter nach Frankfurt. Aufgrund der Strapazen des Flugs nickte er jedoch am riesigen Frankfurter Flughafen ein und verpasste seinen Anschlussflug.

Der am Flughafen Marseille wartende Sohn machte sich inzwischen Sorgen und buchte letztlich einen Flug nach Frankfurt. Denn nur dort konnte sich sein Papa befinden. Am Flughafen in Frankfurt machte sich der Sohn auf die Suche, wurde jedoch nicht fündig, bis ihn der erlösende Anruf der französisch sprechenden Helferin erreichte. Der Sohn fuhr sofort nach Langen, wo er seinen Vater überglücklich in die Arme schließen konnte. Nach einer Übernachtung in einem Langener Hotel flogen die beiden am Montag gemeinsam zurück nach Marseille. Der Sohn bedankte sich ausdrücklich bei der "Retterin" und den Polizeibeamten. Ohne sie wäre die Geschichte einer fast 10.000 km dauernden Odyssee wahrscheinlich nicht mit diesem Happy End ausgegangen. Wie der Mann in das Restaurant nach Langen kam, bleibt allein Beteiligten ein Rätsel.

Quelle: Polizeipräsidium Südosthessen - Offenbach (ots)

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