Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Vermischtes ACE: Jeder fünfte Verkehrstote nicht angeschnallt

ACE: Jeder fünfte Verkehrstote nicht angeschnallt

Archivmeldung vom 03.05.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.05.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: ACE / Emmerling
Bild: ACE / Emmerling

Der Sicherheitsgurt: Jeder kennt ihn, jeder nutzt ihn? Weit gefehlt: Zwar ist die Anschnallquote in Deutschland recht hoch, trotzdem ist nach Recherchen des ACE Auto Club Europa durchschnittlich jeder fünfte Verkehrstote zum Zeitpunkt des Unfalls nicht angeschnallt. Mit einer neuen Verkehrssicherheitskampagne will der Club jetzt dem „gemeinen Gurtmuffel" entgegentreten.

Überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer, Ablenkung durch Smartphones – die Unfallzahlen steigen wieder: Im Jahr 2015 sind 3.475 Menschen auf deutschen Straßen ums Leben gekommen (2014: 3.377); 84 davon waren Kinder – viele davon nicht oder nicht richtig angeschnallt. Wie viele von ihnen richtig gesichert den Unfall überlebt hätten, lässt sich zwar aus Sicht des ACE nicht zweifelsfrei sagen. Fest steht aber, dass überdurchschnittlich viele getötete Autoinsassen zum Zeitpunkt des Unfalls nicht angeschnallt waren – nämlich jeder fünfte. Das ergab eine Recherche von ACE und Deutschem Verkehrssicherheitsrat (DVR) für das Jahr 2014.

Da „Gurtmuffel" nicht nur ihr eigenes, sondern häufig auch das Leben von Kindern riskieren, will der Club ihnen zum vierzigsten „Dienstjubiläum" des Sicherheitsgurtes mit guten Argumenten und der ACE-Aktion KOMM GURT AN entgegentreten. Dabei beobachten und zählen ehrenamtliche ACE-Mitglieder die Gurt-Anlegequote und geben unter anderem an Kitas und Schulen Tipps, wie Kinder richtig gesichert werden können.

„Für mich ist der unscheinbare Gurt ein echter Held", sagte Kurt Bodewig, Schirmherr der ACE-Aktion KOMM GURT AN und Präsident der Deutschen Verkehrswacht: „Alle sieben Sekunden rettet er ein Menschenleben und bleibt dabei selbst dezent im Hintergrund." An die Einführung der Gurtpflicht könne sich Bodewig noch gut erinnern. Im Interview mit dem ACE LENKRAD sagte er: „Es gab damals eine sehr emotionale Diskussion und viele Autofahrer fühlten sich durch die neue Regelung in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt.“ Wer heute hingegen ohne Gurt fährt, mache dies eher aus Bequemlichkeit oder weil er sich durch Airbags, Knautschzone und Co. in Sicherheit wähne.

Laut Bruno Merz, Initiator der Aktion, ist dies „eine fatale Fehleinschätzung". Nichts schütze im Auto effektiver als der Gurt – doch gerade auf dem Weg zur Kita oder Schule seien Kinder oft falsch oder gar nicht gesichert, das hätten auch erste Stichproben der Club-Aktion gezeigt. „Viele Eltern gehen davon aus, dass bei niedrigen Geschwindigkeiten nichts passieren kann. Doch schon bei verhältnismäßig langsamen Unfällen können ungesicherte Kinder schwere oder gar tödliche Verletzungen erleiden."

Der ACE möchte den „Gurtmuffeln" unter den Eltern nicht Vorsatz unterstellen: „Uns ist klar, dass es morgens auf dem Weg zur Schule schon einmal hektisch werden kann. Deshalb wollen wir den Eltern Tipps und Tricks an die Hand geben, wie sie den Schulweg meistern und sich und die Kinder bestmöglich schützen können", so Merz.

Das droht Gurtmuffeln

Wer die Anschnallpflicht als Erwachsener bei sich selbst missachtet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 30 Euro rechnen. Ist ein Kind gar nicht gesichert, verdoppelt sich das Bußgeld auf 60 Euro – hinzu kommt ein Punkt in Flensburg. Sind Kinder nicht richtig gesichert, beispielsweise ein zehnjähriges Mädchen nur mit dem Sicherheitsgurt, drohen 30 Euro Bußgeld (mehr dazu im ACE-Bußgeldkatalog, S. 45).

ACE fordert Start-Sperre für Gurtmuffel

Neben den Autofahrern, Eltern und Verwandten sieht der ACE aber auch die Hersteller und die Politik in der Pflicht: Eine Anfahrsperre bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt könnte die Anlegequote weiter steigern und die Zahl der Unfalltoten deutlich reduzieren. Auch ein verpflichtendes Sicherheits-Warnsignal, wenn auf den hinteren Sitzen die Gurte nicht angelegt sind, sei ein wichtiger Beitrag, um dem Ziel der Vision Zero („Jeder kommt an, niemand kommt um“) näher zu kommen.

Quelle: ACE Auto Club Europa

Videos
Inelia Benz: Die Lemurianische Verbindung
Inelia Benz: Die Lemurianische Verbindung
Inelia Benz: "Macht über Andere ist so...VON GESTERN"
Inelia Benz: "Macht über Andere ist so...VON GESTERN"
Termine
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:
Schreiben Sie bitte mammon in folgendes Feld um den Spam-Filter zu umgehen

Anzeige