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"Xaver": Scheitel der Sturmflut hat Hamburg erreicht

Archivmeldung vom 06.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: tigriszka / pixelio.de
Bild: tigriszka / pixelio.de

Der Scheitel der durch Orkantief "Xaver" hervorgerufenen Sturmflut hat Hamburg erreicht. Das Wasser stand gegen 06:30 Uhr auf 6,09 Meter über normal Null. Weniger Minuten später hieß es, dass die Wasserstände wieder fallen. Es war eine der schwersten Sturmfluten der vergangenen Jahrzehnte in Hamburg. Zuvor hatte die Innenbehörde der Hansestadt die Bevölkerung aufgerufen, tief liegende Gebiete im Hafen und entlang der Elbe rechtzeitig zu verlassen.

Unterdessen bleibt der Zug-Fernverkehr von und nach Schleswig-Holstein sowie nach Dänemark voraussichtlich bis zum Mittag gesperrt.

Im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein komme es auf zahlreichen Strecken noch zu Behinderungen, teilte die Deutsche Bahn mit. Auch der Flug-, Schiff- und Fährverkehr wurde weitestgehend eingestellt.

Am Freitag gibt es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) anfangs vor allem im Küstenbereich und auf den Bergen noch Orkanböen über 105 Stundenkilometer aus West bis Nordwest. Sonst gibt es besonders im Norden und Osten Sturmböen oder schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten zwischen 70 und 95 Stundenkilometer. Am Nachmittag schwächt sich der Wind etwas ab. Im Norden und Osten sind aber in Schauernähe noch stürmische Böen um 70 Stundenkilometer möglich, hieß es seitens des DWD weiter. An der Küste gibt es dann noch schwere Sturmböen.

Hier folgen weitere Meldungen zu dem Orkan "Xaver" vom späten gestrigen Abend und aus der vergangenen Nacht:

Orkantief "Xaver" wütet weiter

Das Orkantief "Xaver" wütet weiter über Norddeutschland. Die Schäden, die der Sturm bisher angerichtet hat, sind schwer abzusehen. Bislang ist es jedoch nach Angaben der Polizeien in den betroffenen Gebieten in den meisten Fällen bei umgestürzten Bäumen, abgedeckten Dächern und leichten Verkehrsunfällen geblieben. Unter anderem kam es auf der A20 bei Rostock zu mehreren Unfällen durch plötzlich einsetzende Schnee-und Graupelschauer. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnt unterdessen für die Nacht zum Freitag vor einer schweren Sturmflut an der deutschen Nordseeküste. Am Freitag werden das Nacht-Hochwasser beziehungsweise das Morgen-Hochwasser an der deutschen Nordseeküste 2,5 bis 3 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten. Im Elbegebiet werde es 3 bis 3,5 Meter höher eintreten. Der Scheitel der Flut werde in Hamburg gegen 6:30 Uhr erwartet.

Der Schleswig-holsteinische Küstenschutzminister Robert Habeck geht allerdings davon aus, dass die Deiche im Norden standhalten werden. "Auf solche Situation haben wir uns seit vielen Jahren vorbereitet. Unsere Deiche sind winterfest und für solche Wasserstände ausgelegt. Respekt vor der Kraft der Naturgewalt sollte man haben, aber wir sind gut gewappnet", sagte er am Donnerstag.

Der Zugverkehr im Norden wird durch den Orkan weiter beeinträchtigt. Der Fernverkehr von und nach Schleswig-Holstein sowie nach Dänemark wurde eingestellt. Im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein kommt es auf Grund verminderter Geschwindigkeiten der Züge vermehrt zu deutlich längeren Fahrzeiten. Auf vielen Strecken in ganz Norddeutschland gibt es darüber hinaus Ausfälle wegen Beschädigungen am Schienennetz. Auch der Flug-, Schiff- und Fährverkehr wurde weitestgehend eingestellt.

Der Deutsche Wetterdienst warnt weiterhin vor Orkanböen beziehungsweise extremen Orkanböen und orkanartigen Böen sowie vor Schneeverwehungen. Die Warnung gilt bis voraussichtlich zehn Uhr am Freitag. In der Nacht verlagert sich der Schwerpunkt des Sturms allmählich ostwärts. An den Küsten und im Bergland ist dabei nach wie vor mit Orkanböen, in exponierten Lagen anfangs auch mit extremen Orkanböen, im nord- und ostdeutschen Binnenland zumindest mit schweren Sturmböen, in kräftigeren Schauern vereinzelt auch mit orkanartigen Böen zu rechnen. Nach Süden und Westen hin gibt es im Flachland Sturmböen. Im Nordosten muss in den Frühstunden und am Vormittag mit einer nochmaligen vorübergehenden Sturmverschärfung gerechnet werden, wobei im Binnenland orkanartige Böen, an der Küste Orkanböen, an der Ostsee an exponierten Stellen auch extreme Orkanböen auftreten können.

Uni Kiel bleibt auch am Freitag geschlossen

Nachdem bereits am Donnerstag der Dienst- und Lehrbetrieb an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) seit 12 Uhr ausgefallen war, hat sich das Präsidium der Universität nun auch für die Einstellung des Betriebs vorsorglich für Freitag entschieden. Alle Lehrveranstaltungen und sonstige universitäre oder externe Veranstaltungen in Universitätsgebäuden sollten ausfallen, teilte die Uni mit. Auch fast alle Schulen in den vom Orkantief "Xaver" betroffenen Gebieten waren am Donnerstag schon geschlossen.

Erste Einschränkungen im Hamburger U-Bahn-Verkehr

Nachdem der U-Bahn-Verkehr in Hamburg am Donnerstag bis in die frühen Abendstunden planmäßig weiterlaufen konnte, hat es am späteren Abend erste Einschränkungen gegeben. Auf der Strecke der U1 musste zwischen Berne und Volksdorf Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis eingerichtet werden. Hier war ein Baum auf die Gleise gefallen. Wann die Strecke wieder freigegeben werden könne sei unklar.

Flughafen Hamburg will Freitag Betrieb wieder aufnehmen

Der Flughafen Hamburg will am Freitag den Flugbetrieb ab 6 Uhr wieder aufnehmen. Das teilte der Airport am Donnerstagabend mit. Es werde jedoch trotzdem zu Flugausfällen oder Verspätungen kommen. Bereits am Donnerstag seien einige Flüge von 400 geplanten An- und Abflügen am Freitag gestrichen worden. So war bereits am Abend klar, dass von 29 zwischen 6 und 8 Uhr geplanten Abflügen 25 ausfallen werden. Von den am Donnerstag geplanten 377 An- und Abflügen waren 120 Flüge ausgefallen oder wurden umgeleitet, so der Flughafen. Am Abend war die gesamte Abfertigung eingestellt worden.

Auch am Flughafen Bremen waren nach den Planungen vom Donnerstagabend von 15 geplanten Abflügen bis 12 Uhr 7 bereits abgesagt. Die für den Nachmittag geplanten Abflüge in Bremen sollten jedoch planmäßig stattfinden.

Hamburgs Innensenator: "Deiche gut gerüstet"

Hamburgs Innensenator Michael Neumann sieht die Hansestadt für die Nacht auf Freitag gut vorbereitet. Die Deiche seien "gut gerüstet", sagte Neumann am Donnerstag. Mit der Situation von 1962 sei die aktuelle Lage nicht vergleichbar. Damals seien die Deiche nur 5,70 Meter hoch gewesen und hätten sehr viel steilere Böschungen als heute gehabt. Zudem seien die Deiche damals in einem schlechten Zustand gewesen. Seit 1962 wurden die Deiche in Hamburg nach Neumanns Angaben im Schnitt um 2 Meter erhöht und sind in einem guten Zustand.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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