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Experte zu Meldonium-Skandal: Was in Arena nicht gelang, gelingt in Anti-Doping-Büro

Archivmeldung vom 20.05.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.05.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de
Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Der Doping-Skandal um das Präparat Meldonium ist nach Ansicht des russischen Politik-Experten Alexej Martynow eine durchgeplante Kampagne mit dem Ziel, Russland in Verruf zu bringen. Der Westen wolle sich dadurch Vorteile sichern, die im sportlichen Wettkampf verfehlt worden waren.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "Sputnik" schreibt weiter: "Alexej Martynow, Chef des in Moskau ansässigen International Institute of the Newly Established States, schreibt in einem am Freitag veröffentlichten Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“: „Der Leistungssport ist im Westen derzeit – genauso wie die große Politik – nicht nur ein riesiges Geschäft, sondern auch ein Instrument, um globale Vorgänge zu steuern.“

„Russland hat seit 15 Jahren sehr viel Geld in Sport investiert. Dies hinterlässt bei aufmerksamen Beobachtern den Eindruck, dass russische Sportler in nächster Zeit auch wieder die Podeste weltweit dominieren werden – wie einst die sowjetischen Athleten der 1950er und 1960er Jahre. Natürlich können die Angelsachsen solch eine Wende im friedlichsten aller Kriege, in den Sportarenen, nicht zulassen“, so Martynow.

„Nach den brillant organisierten und für die russischen Mannschaften erfolgreichen Winterspielen in Sotschi wurden westliche Geheimdienste und Medien-Spezialisten damit beauftragt, russische Sportler zu deskreditieren“, heißt es in dem Kommentar. Die gefundene Lösung sei „hübsch und simpel wie alles Geniale“: Mithilfe internationaler Sport-Gremien, darunter auch der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, sollte das harmlose Präparat Meldonium als „abscheuliches Doping“ eingestuft werden.

Martynow weist weiter darauf hin, dass dieser auf das Herz wirkende Arzneistoff in Russland, dem GUS-Raum und Osteuropa überhaupt sehr verbreitet sei – preiswert und „in jeder Dorfapotheke erhältlich, doch nun ist er für die Sportler tabu: Warum? Einfach so, weil die Menschen, die die WADA kontrollieren, das wollten“. Dabei würden bis heute keine öffentlichen medizinischen Untersuchungen, keine faktisch bewiesenen Begründungen vorliegen.

Russische Top-Athleten seien massiv ins Visier genommen worden. Es werde sogar ausgewählt, wer von den amtierenden oder künftigen Meistern disqualifiziert werden soll: „Was in den Olympia-Arenen nicht gelungen ist, vollzieht sich nun in den Büros der Anti-Doping-Beamten.“

„In den westlichen Medien wurde unterdessen weltweit eine neue antirussische Kampagne in die Wege geleitet – diesmal zum Thema Sport. Eine ‚ganze Generation talentierter Sportler‘ soll in Russland durch Mildronat (ein populäres Mittel mit dem Hauptwirkstoff Meldonium – Anm. d. Red.) verheizt worden sein“, so Martynow weiter.

Er betont: „Ein wirkungsgleiches Präparat mit einer ähnlichen chemischen Struktur gibt es auch in den USA. Es ist allerdings hundertmal teurer und, was am wichtigsten ist, nach Ansicht der WADA, kein Doping“."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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