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Kühnert warnt vor vorschneller Aufhebung der Impfpriorisierung

Archivmeldung vom 29.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Kevin Kühnert (2019)
Kevin Kühnert (2019)

Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

SPD-Vize Kevin Kühnert hat vor einer vorschnellen Aufhebung der Impfpriorisierung gewarnt. "Die Priorisierung garantiert ein größtmögliches Maß an Gerechtigkeit", sagte Kühnert im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Jedes Lebensjahr, jede Vorerkrankung und jeder Beruf mit unvermeidlichen Kontakten "bedeuten ein höheres Maß, schwer zu erkranken oder gar zu sterben", so Kühnert. "Es ist schnell gefordert, eine bestimmte Gruppe vorzuziehen, aber wir haben bis Juni noch nicht ausreichend Impfstoff für alle. Bis dahin muss für jeden, der früher drankommt, jemand anderes länger warten. Dazu höre ich jedoch kaum Vorschläge."

Kühnert reagierte auf Forderungen aus Ärzteschaft und Politik, die Priorisierung deutlich vor Juni aufzuheben und insbesondere jüngere Menschen vorzuziehen, die sozial besonders aktiv sind und unter denen die Inzidenzen besonders hoch sind. "Wenn ich mit meinen 31 Jahren aus der Gruppe der sozial Aktiven vor meinen 59 Jahre alten Eltern geimpft würde, die in keiner Priorisierungsgruppe sind, käme mir das nicht besonders solidarisch vor. Ich warte gerne, um ihren Schutz zu gewährleisten", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende. Bei Impfstoffknappheit die Priorisierung auszusetzen bedeutete auch, "dass Personen ohne Hausarzt, Regionen mit wenigen Praxen und schlechter informierte Menschen das Nachsehen haben werden".

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warf Kühnert einen "unseriösen" Alleingang mit Blick auf den Umgang mit Geimpften vor. Bund und Länder hätten am Montag vereinbart, im Mai eine Verordnung auf den Weg zu bringen, die vollständig Geimpften deutlich mehr Freiheiten ermögliche. "Kurz darauf geht Markus Söder wieder einen bayerischen Sonderweg und verabschiedet sich aus der gemeinsam besprochenen Strategie. Ich halte diese Sprunghaftigkeit nicht für seriös und glaube, dass dieses ,Heute hü und morgen hott' Vertrauen kostet", sagte Kühnert. "Der Flickenteppich unterschiedlicher Regeln macht die Leute wahnsinnig."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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