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Armut in größten Städten deutlich höher und stärker gestiegen als im Bundesschnitt

Archivmeldung vom 23.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Armut breitet sich in Deutschland expotentiell schnell aus (Symbolbild)
Armut breitet sich in Deutschland expotentiell schnell aus (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Der Anteil armer Menschen ist in Deutschlands Ballungsräumen deutlich höher als in den meisten Städten und auf dem Land, und die Schere geht weiter auseinander. Am höchsten war die relative Armutsquote 2019 in Duisburg (28,5 Prozent), Dortmund (24,7 Prozent) und Bremen (24,5 Prozent), am niedrigsten in München (11,2 Prozent) und Stuttgart (13,6 Prozent). Bundesweit lag sie bei 15,9 Prozent.

Das geht aus einer Antwort des Arbeits- und Sozialministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) vorliegt. Als armutsgefährdet beziehungsweise relativ arm gilt dabei eine Person, die über weniger als 60 Prozent des bundesweiten sogenannten Äquivalenzeinkommens verfügt.

In vielen großen Städten ist auch eine überproportionale Armutszunahme zu verzeichnen. Bundesweit stieg der Anteil relativ armer Personen von 14,7 Prozent im Jahr 2005 auf 15,9 Prozent 2019, ein Plus von 1,2 Prozentpunkten. In Duisburg ging sie hingegen um 11,5 Prozentpunkte nach oben, in Dortmund um 6,5 und in Düsseldorf um 5,5.

Ähnlich sieht es im Vorjahresvergleich aus: In Frankfurt am Main stieg die Quote von 2018 bis 2019 um 3,6 Prozentpunkte, in Bremen um 2,9 und in Nürnberg um 2,5. Leichte Entspannung gegenüber dem Vorjahr zeigt sich nur in Stuttgart, Köln und Essen.

"Die Zahlen des vergangenen Jahres sind dramatisch genug, bilden aber die Folgen der Corona-Pandemie noch gar nicht ab", sagte Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann im Gespräch mit der NOZ. Sie forderte mehr Bundesmittel für geförderte Jobs etwa in Stadtteilzentren, kulturellen Projekten und sozialen Unterstützungsdiensten. "So kann man Arbeitsmarktintegration mit der Sicherung solcher Angebote kombinieren, die gerade in Städten so wichtig, aber derzeit finanziell gefährdet sind."

Auch bei den Kommunalfinanzen forderte Zimmermann mehr Geld vom Bund: "Strukturschwache Städte brauchen zusätzliche Unterstützung." Es könne nicht sein, dass Städte, die ohnehin von Industrieabbau und Wandel in der Wirtschaftsstruktur betroffen seien, "auch noch die geringsten Einnahmen und zugleich die höchsten Ausgaben für übertragene soziale Pflichtaufgaben haben".

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)


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