BSI sieht verschärfte Bedrohungslage
Archivmeldung vom 09.07.2025
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.07.2025 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.
Freigeschaltet durch Sanjo BabićDie Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, hat vor einer weiterhin angespannten und wachsenden Bedrohungslage im Cyberraum gewarnt. "Wir haben definitiv eine besorgniserregende Bedrohungslage, der wir uns tagtäglich stellen", sagte Plattner den Sendern RTL und ntv am Mittwoch.
Die Lage habe sich in den vergangenen zwei Jahren nicht verbessert - im
Gegenteil: Die Zahl und Qualität der Angriffe habe weiter zugenommen.
Besonders
häufig verzeichne das BSI sogenannte Ransomware-Attacken, bei denen
Angreifer IT-Systeme verschlüsseln und anschließend Lösegeld verlangen.
"Das ist etwas, was wir viel aus Russland sehen", so Plattner. Die Täter
gingen dabei äußerst professionell vor: Oft würden sensible Daten
zunächst heimlich abgegriffen, bevor die Systeme vollständig unbrauchbar
gemacht werden. "Dann steht auf dem Bildschirm nur noch: Bitte
überweisen Sie Betrag X in Bitcoin auf folgendes Konto", so Plattner.
Russland
spiele dabei eine zentrale Rolle, sowohl als Ausgangspunkt für
klassische Ransomware-Kampagnen als auch im Bereich von Hacktivismus und
Desinformation. Letztere seien häufig mit politischen oder
gesellschaftlichen Spannungen im Westen verknüpft und zielten darauf ab,
Vertrauen in Institutionen zu untergraben.
Auch China steht im
Fokus ihrer Cybersicherheitsbehörde: Dort gehe es laut Plattner jedoch
weniger um Erpressung, sondern vor allem um gezielte
Spionageaktivitäten. "Aus China sehen wir vor allem Versuche, sich
Zugang zu technologischem Know-how zu verschaffen - besonders im Bereich
Hochtechnologie", erklärte die BSI-Chefin. Auch politisch motivierte
Angriffe auf Parteien, Stiftungen oder Vorfeldorganisationen seien
beobachtet worden.
Plattner wies darauf hin, dass nicht alle
Informationen aus diesen Angriffen öffentlich gemacht werden könnten.
"Aber das Niveau ist hoch, die Aktivität deutlich - und sie hat in den
vergangenen zwei Jahren nicht abgenommen."
Quelle: dts Nachrichtenagentur