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Thierse nennt Kritik der Grünen an Papstrede im Bundestag kleinkariert

Archivmeldung vom 17.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Fabian Pittich
Wolfgang Thierse Bild: spd-berlin.de
Wolfgang Thierse Bild: spd-berlin.de

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat die Kritik der Grünen am geplanten Auftritt Papst Benedikt XVI. im Bundestag zurückgewiesen. "Die Ablehnung der Grünen ist schlicht und ergreifend klein kariert", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe). "Der Papst soll im Bundestag reden. Denn er ist ja nicht nur Oberhaupt des kleinen Vatikanstaats, sondern Oberhaupt einer Weltkirche - und zwar das einzige Oberhaupt einer Weltkirche. Die anderen Religionsgemeinschaften haben keine vergleichbare Institution und Person an ihrer Spitze."

Es hätten im Übrigen auch schon in der Vergangenheit Staatsgäste im Bundestag geredet, deren Ansichten die Deutschen zum Teil nicht geteilt hätten. Zu den Befürchtungen von Berliner Katholiken, im Falle eines öffentlichen Gottesdienstes in der Hauptstadt würden zu wenige Gläubige und zu viele Papstgegner kommen, erklärte der engagierte Katholik Thierse: "Berlin ist keine katholische und auch keine christliche Stadt, sondern eine sehr säkulare Stadt. Das muss man berücksichtigen. In Berlin sind Massenveranstaltungen bestenfalls möglich, wenn es um Sport oder das Popgeschäft geht. Aber es kommt auch nie auf die Masse an. Dass es in Berlin wie in Deutschland leidenschaftliche Atheisten und Papstfeinde gibt, ist im Übrigen nicht neu. Aber das darf doch nicht dazu führen, dass der Papst und die Katholiken Angst haben."

Ströbele will nun doch dem Papst zuhören

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele schließt nun doch nicht mehr aus, die Rede von Papst Benedikt XVI. im Bundestag zu verfolgen. "Wenn ich dem Papst bei seiner Rede eine Zwischenfrage stellen darf, dann würde ich mir überlegen, da zu bleiben", sagte Ströbele den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Samstagausgabe). Ströbele, der sich als Katholik bezeichnet, aber nach eigenen Worten keine Kirchensteuer mehr bezahlt, hatte mit seiner Ankündigung für Wirbel gesorgt, bei der Papstrede anlässlich seines Deutschlandbesuchs im September das Plenum zu verlassen. "Der Heilige Vater fördert nach wie vor die Teufelsaustreibung. Das ist für mich eine Institution aus dem Mittelalter", so Ströbele jetzt. Hinzu komme, dass sich der Papst auf seiner Südamerikareise nicht zur Schuld der katholischen Kirche bekannt habe. "Sie hat dort ganze Völker ausgelöscht", so Ströbele.

Quelle:  Kölner Stadt-Anzeiger / Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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