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Drogenbeauftragte Mortler fordert von Bundesländern "endlich" Einigung über neuen Glücksspielstaatsvertrag

Archivmeldung vom 25.10.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.10.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Marlene Mortler (2018)
Marlene Mortler (2018)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, fordert die Ministerpräsidenten der Bundesländer auf, sich "endlich auf einen neuen Glücksspielvertrag zu einigen". Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte sie: "Die Situation in Deutschland ist ganz klar verbesserungsbedürftig. Jede Glücksspielart, ob terrestrisch oder online, braucht passende Rahmenbedingungen." Ein funktionierender Jugend- und Spielerschutz könne nur mit verbindlichen Regeln gelingen.

Auch der Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) setzt auf einen neuen Glücksspielstaatsvertrag, wenngleich mit anderer Zielrichtung. "Wir erwarten eine kohärente, das heißt, ausgewogene Regulierung über alle Spielformen, wo Geld eingesetzt wird, einschließlich unserer Branche", betonte VDAI-Vorsitzender Paul Gauselmann im Gespräch mit der "NOZ". Er fordert, die Sportwetten aus dem geduldeten Markt in den hundertprozentig legalen Markt zu überführen. "Längst überfällig ist auch die Überführung des Online-Glücksspiels in die vernünftige, nach Qualitätsmaßstäben gesicherte Legalität", fordert Gauselmann und kritisiert: "In Deutschland bieten einige Tausend Anbieter aus dem Ausland das Online-Spiel an, obwohl es hier noch illegal ist." Das Potenzial sei jedoch groß. Gauselmann rechnet vor: "Wenn man die Umsätze der Online-Casinos, die ihr Geschäft legal im Ausland betreiben, zugrunde legt, dürfte das Umsatzpotenzial in Deutschland über sieben Milliarden Euro sein", sagte der Unternehmer. Er rechne damit, dass aktuell drei bis vier Milliarden Euro am deutschen Steuersäckel vorbei in ausländische Kassen flössen.

Laut Deutscher Automatenwirtschaft spielen rund fünf Millionen Menschen ab 18 Jahren mehr oder weniger regelmäßig an Geld-Spiel-Geräten, weitere fünf Millionen gelegentlich. Laut Drogenbeauftragter Mortler spielen aktuell eine halbe Million Menschen in problematischer Weise um Geld. "Glücksspiel kann dramatische Auswirkungen auf die Betroffenen, aber auch auf die Familie und gerade die Kinder haben", betonte die Drogenbeauftragte Mortler. "Bei solchen Zahlen müssen wir das Thema Glücksspiel definitiv ernster nehmen, als es bisher der Fall ist."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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