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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im stern: "Ich hätte durchziehen müssen"

Archivmeldung vom 21.06.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.06.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Der gelernte Buchhändler Martin Schulz
Der gelernte Buchhändler Martin Schulz

Bild: flickr/ Lukas Plewnia (CC BY-SA 2.0)

Der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl hätte nach Ansicht des gelernten Buchhändlers, SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Martin Schulz den Friedensnobelpreis verdient gehabt. "Er wäre ganz sicher ein würdiger Preisträger gewesen", sagte Schulz in einem Interview mit dem stern. Als junger Mensch habe er in dem CDU-Politiker nur den politischen Gegner gesehen, so Schulz. "Je älter ich wurde, desto mehr begriff ich, was für ein großer Mann das war." Schulz würdigte Kohl ausdrücklich noch einmal als "Jahrhundertgestalt".

Der frühere Präsident des Europaparlaments ist wie Kohl Träger des Karls-Preises. Er wollte sich zwar nicht direkt als europäischen Erben Kohls bezeichnen. Schulz sagte aber: "Kohl wollte ein europäisiertes Deutschland, kein deutsches Europa. In dieser Tradition sehe ich mich." Mit einem Seitenhieb auf die Euro-Rettungspolitik von Merkel und Finanzminister Schäuble fügte er hinzu: "Niemals hätte er einem kleinen Mitglied wie Griechenland Lektionen erteilt."

Kurz vor dem Parteitag am Sonntag, auf dem die SPD in Dortmund ihr Wahlprogramm verabschieden will, räumte Schulz ein, dass ihm der anfängliche Hype um seine Person unangenehm war. "Ich habe mich damit nicht wohlgefühlt. Manches war mir peinlich", sagte Schulz dem stern. Unter anderem war der frisch gekürte Kandidat als "Gottkanzler" oder "geile Sau" gefeiert worden. Es sei aber ein Fehler gewesen, sich deswegen zurückzunehmen. Danach sei er weniger sichtbar gewesen. "Ich hätte durchziehen müssen", so Schulz wörtlich.

Vehement verteidigte Schulz dagegen seine Entscheidung, nicht als Außenminister in Angela Merkels Kabinett einzutreten. "Ich kann ihr nicht vormittags dienen und nachmittags über die Dörfer ziehen und sagen, die Kanzlerin muss weg. Nee, nicht mein Ding. Da bin ich für Ehrlichkeit", sagte der SPD-Chef dem stern. "Die Wahl wird nicht im Weißen Haus entschieden", fügte er hinzu. "Merkel verwaltet das Land nur, mehr nicht." Das sei "Schlafmützenpolitik". Wie in Frankreich gebe es auch in Deutschland "diese Sehnsucht nach authentischen, glaubwürdigen Politikern", so Schulz weiter. "Ich glaube, dass ich so einer bin. Ich bin leidenschaftlich, ich bin echt. Kein Sprechautomat."

Die Lage der SPD nach den verlorenen Landtagswahlen beschrieb Schulz gegenüber dem stern so: "Wir sind immer noch in stürmischer See, aber nicht leckgeschlagen. Am Horizont lichten sich die Wolken." Die ersten Monate seiner Kampagne hätten gezeigt, "dass es für die SPD möglich ist, mehr als 30 Prozent zu erreichen". Schulz weiter: "Ich sage den Satz immer noch ganz selbstbewusst: Ich will Bundeskanzler werden. Lächeln Sie nur. Ich kämpfe."

Quelle: Gruner+Jahr, STERN (ots)

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