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Drägerwerk-Chef will Klarheit über Verteilung von Beatmungsgeräten

Archivmeldung vom 27.03.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.03.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Intensivbeatmungsgerät Evita 4, 2011 von Drägerwerk
Intensivbeatmungsgerät Evita 4, 2011 von Drägerwerk

Lizenz: CC0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Chef des Medizintechnikkonzerns Drägerwerk, Stefan Dräger, mahnt rasche Klarheit bei der Verteilung der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bestellten 10.000 Beatmungsgeräte an.

"Die ersten sind jetzt fertig", sagte Dräger dem "Spiegel". Die Verteilung sei "aber immer noch unklar, viele Kliniken rufen uns deshalb direkt an". Bei aller Not müsse man nun darauf schauen, dass die Ressourcen bestmöglich verteilt werden. So müssten Zentren, die ARDS-Patienten, also jene mit akutem Lungenversagen, behandeln können, bevorzugt werden, auch um zu verhindern, dass nicht Krankenhäuser "eine Superausrüstung für wenig Geld bekommen, mit der sie gar nicht umgehen können", so der Drägerwerk-Chef weiter.

Von der Idee, dass Automobilzulieferer und andere Firmen Komponenten für Beatmungsgeräte herstellen, hält er nichts. Er habe dazu Gespräche etwa mit Daimler geführt. "Die möchten auch helfen", sagte Dräger. Aber so einfach sei das nicht. "Wir können ja auch keine Autos bauen", so der Firmenchef weiter. Stattdessen sehe er Potenzial darin, Beatmungsgeräte aus dem Rettungsdienst oder aus der Anästhesie zu verwenden. "Wir schätzen, dass man allein in Deutschland 5.000 Geräte aus dieser Reserve mobilisieren könnte", so Dräger dem "Spiegel". Das Unternehmen hat im Zuge der Corona-Krise auch seine Produktion von Atemschutzmasken verdoppelt. "Mehr geht nicht", so der Drägerwerk-Chef weiter. Um den Mangel an Masken künftig zu beheben, müsse Deutschland "ein intelligentes System" entwickeln, um "eine bestimmte Menge Masken zu lagern", sagte Dräger dem "Spiegel". Masken, die sich dem Verfallsdatum näherten, müssten dann nach und nach aus dem Lagersystem geholt und verkauft werden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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