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Paritätischer warnt vor Altersarmut

Archivmeldung vom 24.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Christian Pohl / pixelio.de
Bild: Christian Pohl / pixelio.de

Obwohl die Steuereinnahmen von Rentnern auf Rekordniveau gestiegen sind, sieht der Paritätische Wohlfahrtsverband die Gefahr vor Altersarmut nicht gebannt.

"Die Zahlen sagen überhaupt nichts über die Situation der Rentner aus. Die 4,4 Millionen Rentner, die die knapp 33 Milliarden Einkommenssteuer zahlen, stellen gerade einmal ein Fünftel aller Rentner in Deutschland. Die übrigen Rentner haben nicht einen Cent mehr in der Tasche", sagte Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion war hervorgegangen, dass ein Zehntel der gesamten Einnahmen durch die Einkommenssteuer von Rentnern geleistet wird. Für Schneider gehen die Zahlen am Kern des Problems, der Altersarmut, vorbei. "In weiten Teilen wird die Altersarmut immer noch geleugnet. Vor allem wird die Dunkelziffer verschwiegen", kritisierte er.

Als Grund für die Altersarmut macht Schneider das "Alterseinkünftegesetz in Kombination mit Konzepten wie der Riester-Rente" aus. So sei es zu einer "Privatisierung der Renten" gekommen. Schneider warnte davor, dass sich die Altersarmut weiter verschärfen werde, wenn in den kommenden Jahren Langzeitarbeitslose und Beschäftigte des Niedriglohnsektors das Rentenalter erreichen. Um wachsender Altersarmut entgegenzuwirken forderte er eine Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent sowie die Einführung einer Grundrente.

Kritik am gegenwärtigen Rentensystem kam auch vom Bund der Steuerzahler ( BdSt): "Unterm Strich kommt es darauf an, was netto bei den Senioren im Geldbeutel ankommt. Werden Rentenerhöhungen zum Großteil durch Steuern und Sozialabgaben aufgefressen, macht das wenig Sinn", sagte BdSt-Präsident Reiner Hufnagel den Funke-Zeitungen. In dieselbe Kerbe schlägt Frank Schäffler, FDP-Abgeordneter und Fragesteller der Kleinen Anfrage. Schäffler sagte den Funke-Zeitungen: "Was nutzen die ganzen Rentenerhöhungen, wenn immer mehr Rentner in die Steuerpflicht rutschen. Sie werden zur Melkkuh des Finanzministers."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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