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CDU-Politiker Vogel weist Kritik an neuer Bahn-Strecke zurück

Archivmeldung vom 09.12.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.12.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: pixabay.com
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Nach der Eröffnung der neuen Hochgeschwindigkeitstrasse Berlin-München hat der ehemalige Ministerpräsident von Thüringen, Bernhard Vogel (CDU), die vielfach kritisierte Streckenführung über Erfurt verteidigt. "Ich habe massiv dafür gekämpft, dass die Hochgeschwindigkeitsstrecke den Knick nach Westen macht", sagte Vogel der "Welt am Sonntag".

Die ab 1991 geplante Bahnverbindung wurde nicht entlang der kürzesten Linie gebaut, sondern macht etwa auf der Hälfte der Strecke einen Bogen nach Westen, um die Landeshauptstadt Thüringens anzubinden. Das bedeutet längere Fahrzeiten und führte - aufgrund der anspruchsvolleren Topografie - auch zu höheren Baukosten und einer längeren Projektzeit. "Diese Hochgeschwindigkeitsstrecke hätte Jahre früher fertig sein und Milliarden Euro billiger werden können. Und trotzdem wären die Züge noch schneller von Berlin nach München", sagte der Verkehrsplaner Martin Vieregg der "Welt am Sonntag". Die jetzt gebaute Strecke sei umstritten gewesen, gibt auch Vogel zu.

"Ohne den Umweg über Erfurt sei die Linienführung schneller, sagten Kritiker", erinnert sich der Politiker an schon früher genannte Argumente. "Aber mir ging es darum, dass Thüringen nicht ausgespart wird. Eine solche Bahnstrecke ist wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung eines Bundeslandes." Die Linie Berlin-München sollte Thüringen nicht streifen, sondern mitten durch den Freistaat führen. Also habe er mit dem damaligen Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) verhandelt, mit dessen Nachfolger Matthias Wissmann (CDU) und mit dem ersten Chef der Deutschen Bahn AG, Heinz Dürr, so Vogel. "Mit Helmut Kohl habe ich mich öfter über das Projekt unterhalten."

Sachsens damaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf habe ebenfalls versucht, eine Streckenführung durch sein Bundesland durchzusetzen. "Aber ich hatte gute Argumente. Thüringen hatte damals eine Arbeitslosenquote von 20 Prozent", so Vogel. "Und ich hatte das engere Verhältnis zu Kohl als Biedenkopf." Vieregg hatte im Auftrag der Bahn eine Alternativroute für die jetzt gebaute Strecke vorgelegt. "In der von uns ausgearbeiteten Route wäre sogar eine Reisezeit von rund dreieinhalb Stunden möglich gewesen. Der Umweg über Erfurt beträgt rund 90 Kilometer", so Vieregg. Die letztlich gewählte Trasse weiter im Westen führe außerdem durch den Thüringer Wald, der gebirgiger als der Frankenwald ist, durch den Vieregg und andere die Strecke gelegt hätten.

"Die jetzt realisierte Strecke kostet rund 40 Millionen Euro pro Kilometer. Unsere Alternativtrasse hätte 15 Millionen pro Kilometer gekostet. Tunnel und Brücken sind teuer", so der Verkehrsplaner weiter. Politiker hatten sich vor dem Bau ebenfalls für die schnellste Strecke ausgesprochen. In einer Denkschrift der SPD-Landtagsfraktionen in Thüringen, Sachsen und Bayern von 1992 hieß es zum Beispiel: Die Industrieregion um Gera und Chemnitz "ist mit 2,5 Millionen Einwohnern sechstgrößter deutscher und größter ostdeutscher Ballungsraum". Einschließlich anderer Regionen an der schnellsten Strecke lasse man bei einem Verzicht darauf "wertvolles Fahrgastpotenzial von insgesamt 3,3 Millionen Einwohnern brachliegen". Weitaus mehr als bei der jetzigen Verbindung über Erfurt.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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