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Wehrbeauftragter und Politiker kritisieren De Maizières Soldaten-Aussage

Archivmeldung vom 25.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Thomas de Maziere Bild: bundesregierung.de
Thomas de Maziere Bild: bundesregierung.de

Verteidigungsminister Thomas de Maizière erntet mit seiner Kritik an der Bundeswehr breiten Widerspruch. Hellmut Königshaus, der Wehrbeauftragte des Bundestags, sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Ich habe nicht den Eindruck, dass die Soldatinnen und Soldaten nach Anerkennung gieren."

Auch die FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff widersprach dem Minister: "So sehr ich die Arbeit des Ministers ansonsten schätze: An dieser Stelle teile ich seine Meinung nicht", sagte sie der SZ. "Das Besondere am Soldatenberuf verdient auch eine besondere Aufmerksamkeit", so Hoff. "Verglichen mit anderen Ländern, die teilweise einen regelrechten Heldenkult betreiben, gehen wir noch sehr zurückhaltend mit unseren Streitkräften um. Ich verstehe nicht, was den Minister zu diesen Äußerungen bewegt."

De Maizière hatte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt, viele Bundeswehrsoldaten hätten einen "übertriebenen Wunsch nach Wertschätzung" und seien "vielleicht geradezu süchtig nach Anerkennung". Der Grünen-Verteidigungspolitiker Omid Nouripour sagte der SZ: "Wenn der Minister vom Gieren nach Anerkennung spricht, verwechselt er Anerkennung mit Zuverlässigkeit. Die Truppe ist völlig verunsichert, weil sie immer noch nicht weiß, wo der Dienstherr mit ihr hin will." Er fügte hinzu: "Die Soldaten wollen nicht die Liebe des Ministers, sondern regelmäßig Weihnachtsgeld."

Tendenziell zustimmend hingegen äußerte sich Rainer Arnold, verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion: "Die Wahrnehmung mangelnder Wertschätzung begegnet auch mir häufig", sagte er der SZ. Zwar sei die "Begrifflichkeit Gieren sicherlich nicht glücklich gewählt" - aber: "Man muss Soldaten gelegentlich auch erklären, dass es keine Missachtung der Bundeswehr ist, wenn Menschen militärischen Einsätzen skeptisch gegenüberstehen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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