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Freie Ärzteschaft: Elektronische Gesundheitskarte unzulässige Massenüberwachung

Archivmeldung vom 10.04.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.04.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Doris Oppertshäuser
Beteiligung an der Demonstration Freiheit statt Angst
Beteiligung an der Demonstration Freiheit statt Angst

Foto: Flickr upload bot
Lizenz: CC-BY-SA-2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Freie Ärzteschaft (FÄ) fordert die Bundesregierung auf, endgültig auf jegliche elektronische Massenüberwachung der Bürger in Deutschland zu verzichten. "Auch die geplante Form der Vorratsdatenspeicherung in der Medizin mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte ist unzulässig", sagte Dr. Silke Lüder, Vizevorsitzende der Freien Ärzteschaft, heute in Hamburg. Damit stützt sich die Ärzteorganisation auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Dienstag: Demnach ist eine verdachtslose Vorratsdatenspeicherung nicht mit den europäischen Grundrechten vereinbar.

Geradezu absurd sei deshalb die jetzt bekundete Absicht der Bundesregierung, trotz dieses Urteils zügig die Protokollierung der Verbindungsdaten aller Telefonate, E-Mails und Internetnutzungen wieder einzuführen. FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich: "Es gibt dazu überhaupt keine Verpflichtung mehr. Ganz im Gegenteil: Angesichts der nicht nachgewiesenen Wirkung und schädlichen Nebenwirkungen der Vorratsdatenspeicherung gebieten es die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit, die Bürger vor der Totalprotokollierung zu schützen - das gilt ebenso für die Übertragung und Speicherung medizinischer Daten."

Nach dem EuGH-Urteil müsse die elektronische Gesundheitskarte (eGK) schnellstmöglich eingestellt werden, unterstreicht die FÄ. "Das Projekt", so FÄ-Vize Lüder, "ist mit seinen vollmundigen Versprechungen einer angeblich besseren Medizin durch zentrale Datenspeicherung schon längst gescheitert. Die verschlungenen Milliarden sollten für eine gute medizinische Versorgung investiert werden, nicht für eine großangelegte Überwachung mit ungewissem Ausgang." Für die informationelle Selbstbestimmung sei die eGK gefährlich. Denn die versprochene Freiwilligkeit für Patienten und Ärzte stehe nur auf dem Papier und niemand werde die Patientendaten schützen können.

Quelle: Freie Ärzteschaft e.V. (ots)

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