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Politologe bewertet Erklärung der katholischen Bischöfe zur AfD als Coup

Archivmeldung vom 26.02.2024

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.02.2024 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Geschichte wiederholt sich, in anderen Formen, Farben, Symbolen und Ideen, sollange bis aus ihr gelernt wurde (Symbolbild)
Geschichte wiederholt sich, in anderen Formen, Farben, Symbolen und Ideen, sollange bis aus ihr gelernt wurde (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Der Bonner Politikwissenschaftler Andreas Püttmann hat die Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz zur Nichtwählbarkeit der AfD als einen "Coup" bezeichnet, der die AfD "kalt erwischt" habe. "Nachdem die Massendemonstrationen der jüngsten Vergangenheit schon den Anspruch 'Wir vertreten das Volk' hinweggefegt haben, reißt ihr nun auch noch die konservative Institution schlechthin das Etikett 'konservativ' herunter", sagte Püttmann dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Für diese Wirkung der in der vorigen Woche verabschiedeten Erklärung "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar" sei die Einstimmigkeit des Beschlusses in der Bischofskonferenz wichtig gewesen, erläuterte Püttmann. "Sonst hätte man immer argumentieren können, 'die einen sagen so, die anderen sagen so'".

Püttmann zog eine Parallele zwischen der aktuellen Erklärung und der Anti-NS-Enzyklika "Mit brennender Sorge" von Papst Pius XI. aus dem Jahr 1937. "Es geht ans Eingemachte: um Verfassungsverteidigung, theologisch gewendet quasi um den 'Status confessionis', den christlichen Bekenntnisfall." In ihrer Erklärung bezögen die Bischöfe Position "zu einer radikalen Infragestellung von Grundnormen unserer Verfassung wie auch des christlichen Bilds vom Menschen und daraus abgeleiteter Sozialprinzipien".

Zur "Nichtwählbarkeit" der AfD sagte Püttmann, es könne nicht um "Gesinnungsschnüffelei" gehen. Die Stimmabgabe an der Wahlurne unterliege ohnehin dem Wahlgeheimnis. "Solange ein Katholik seine Entscheidung für die AfD nicht in die Welt posaunt, hat er sie allein vor Gott zu verantworten. Erst die öffentliche Parteinahme verlangt ein Einschreiten." Zur Wirkung der Erklärung auf Katholikinnen und Katholiken sagte der Politologe, der als einer der besten Kenner der rechtskatholischen Szene in Deutschland gilt, man werde damit "die neurechts Infizierten, die dieser Ideologie bereits sektenartig verfallen sind, kaum mehr bekehren können." In Richtung dieser Gruppe gesprochen, erklärten die Bischöfe aber jetzt immerhin: Ihr steht gegen die Kirche, so Püttmann weiter.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)


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