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Ökonom befürchtet bis zu 30 Milliarden Euro Flüchtlingskosten pro Jahr

Archivmeldung vom 17.10.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.10.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Der Ökonom Clemens Fuest rechnet wegen der Flüchtlingskrise mit Kosten im hohen zweistelligen Milliardenbereich: "Wenn man annimmt, dass pro Jahr 800.000 Menschen zuwandern und diese im Durchschnitt innerhalb von zwei bis drei Jahren so in den Arbeitsmarkt integriert werden, dass sie mit ihren Steuern und Abgaben die öffentlichen Leistungen finanzieren, die sie erhalten, ergibt sich eine zusätzliche Belastung von ungefähr 20 bis 30 Milliarden Euro pro Jahr, solange der Zuwanderungsstrom anhält", sagte der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung der "Welt am Sonntag".

Der Finanzwissenschaftler rechnet aufgrund der Belastungen wieder mit steigenden Staatsschulden. "Die Bedienung dieser Schulden dämpft die künftige Nachfrage." Kurzfristig werde die Nachfrage durch die Flüchtlinge allerdings gestärkt. Außerdem seien am Arbeitsmarkt "belebende Effekte" zu erwarten. "Neben den Unternehmen werden auch heimische Arbeitskräfte profitieren, allerdings vor allem die mit guter Qualifikation", sagte Fuest.

Der Ökonom erklärt aber, es sei zu bedenken, dass derartige Rechnungen mit sehr hoher Unsicherheit behaftet seien. Um die Fähigkeit Deutschlands zu bewahren, Menschen aufzunehmen, die Schutz vor Verfolgung suchen, müsse Deutschland die Immigration insgesamt begrenzen und qualitativ steuern. "Eine Politik der unkontrollierten Zuwanderung wird Deutschland schnell überfordern", warnte Fuest.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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