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Mehrwertsteuersenkung für Hotels: Mehrbelastung für Kunden von 1,2 Milliarden Euro

Archivmeldung vom 14.12.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.12.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Zusatzbelastung für die deutsche Wirtschaft durch die geplante Senkung der Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen wird mindestens 1,2 Milliarden Euro betragen. Dies schätzt Meridian Global Services, ein internationaler Anbieter von Kostenoptimierungslösungen und Managementinformationssystemen.

Das Unternehmen rechnet mit fünf Millionen betroffenen deutschen Geschäftsreisenden zuzüglich internationaler Hotelgäste.

Wachsende Anhängerschaft gegen Senkung der Mehrwertsteuer

Laut Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) unter 5.700 Mitgliedern planen nur circa 20 Prozent der Hoteliers, die Einsparungen durch die Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent an die Kunden weiterzugeben. Dies bedeutet für gewerbliche Hotelkunden und Firmen eine Erhöhung der Reisekosten um 12 Prozent, da nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer steuerlich abzugsfähig bleiben.

Auch Touristiker, wie der Produktmanager Tobias Reinsch von der AGE International GmbH in Berlin, rechnen für Incoming Reiseagenturen mit erheblichen Verlusten infolge höherer Nettopreise im Einkauf. Zahlreiche seiner Kunden haben im Falle eines Inkrafttretens des Gesetzes verminderte Reiseaktivitäten nach und innerhalb Deutschlands angekündigt. Die politische Diskussion konzentrierte sich bisher primär auf die erwarteten Steuerausfälle für die Bundesländer in Höhe von einer Milliarde Euro und den höheren Bürokratieaufwand durch die Abgrenzung von Übernachtung und weiteren Leistungen aufgrund der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze. Touristik-Unternehmen, Hotelkunden und weitere Dienstleister in der Branche appellieren nun eindringlich, die weiteren negativen Effekte des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes für die deutsche Wirtschaft ebenfalls zu berücksichtigen und die Verabschiedung im Bundesrat (geplant für 18. Dezember) zu überdenken. Die Initiative gegen die geplante Senkung der Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen wird u.a. unterstützt von: AGE International GmbH, EMC Deutschland GmbH und der SOLVAY GmbH.

Aktuelle Entwicklungen

Das Gesetzesvorhaben wird nicht nur von der Opposition im Bundestag und weiten Teilen der deutschen Wirtschaft kritisiert, sondern auch von Politikern der Regierungskoalition. So distanziert sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) von der reduzierten Mehrwertsteuer für Hotels, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete. Die Koalition ist im Bundesrat auf die Zustimmung aller ihrer Landesregierungen angewiesen. Am Sonntagnachmittag kam Bundeskanzlerin Merkel mit dem schleswig-holsteinischen Regierungschef Carstensen (CDU) zusammen, der aufgrund der befürchteten Einnahmeausfälle im Landesetat bisher - neben anderen Ländern - zu den schärfsten Gegnern des Gesetzes gehört. Es wird erwartet, dass die sich schwierig gestaltenden Gespräche zwischen Bundeskanzleramt und Landesregierungen bis zu der Bundesratsabstimmung weitergehen werden. Der Deutsche Städtetag fordert die Ministerpräsidenten auf, Einspruch gegen das Gesetz einzulegen. 

Quelle: Meridian Global Services

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