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Rheinland-Pfalz: Wirtschaftsministerin will Offshore-Windkraft bremsen

Archivmeldung vom 16.08.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.08.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Offshore-Windpark Bild: Hans Hillewaert / wikipedia.org
Offshore-Windpark Bild: Hans Hillewaert / wikipedia.org

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) fordert von der Bundesregierung, die Ausbaupläne für die teure Offshore-Windkraft zu reduzieren. "Der Bund muss seine Pläne anpassen", sagte Lemke im Interview mit der "Frankfurter Rundschau". Bei den bisherigen Planungen für die Windparks auf See sei es Schwarz-Gelb auch darum gegangen, den vom Atomausstieg gebeutelten großen Stromkonzernen ein neues Investitionsfeld zu eröffnen. "Wenn wir den Windstrom nun dezentral und billiger an Land produzieren können, kann der Offshore-Ausbau langsamer vorangehen."

Lemke verwies darauf, dass Strom aus Offshore-Windkraft doppelt so teuer sei wie der von Windkraft an Land. Rheinland-Pfalz will die Zahl der Windräder auf 2.600 verdoppeln und deren Strom-Kapazität verfünffachen. Lemke plädiert zudem dafür, Offshore-Anlagen künftig nicht mehr durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) zu fördern: "Offshore-Windparks sollten ausgeschrieben werden - dort, wo der Fortschritt beim Stromnetz-Ausbau es sinnvoll erscheinen lässt. Und der billigste Anbieter macht das Rennen." Nur so behalte Windstrom von der See überhaupt eine Chance. Bisher verläuft der Offshore-Ausbau weit langsamer als vorgesehen.

Die Ministerin griff Bayern an, wo hohe Hürden für den Windkraft-Ausbau geplant sind. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich für Mindestabstände der Windanlagen zu Siedlungen von bis zu zwei Kilometern ausgesprochen. "Seehofer macht die Energiewende in seinem Land tot, wenn er das so durchführt. Dann gäbe es kaum noch Flächen, die geeignet sind", sagte Lemke. Rheinland-Pfalz empfehle einen Mindestabstand von 800 Metern. Wenn Kommunen einen größeren Abstand zur Bebauung wünschen, könnten sie dies allerdings in ihrer Bauleitplanung beschließen. Lemke warnte davor, die Energiewende abzubremsen. "Aber wir müssen dringend nachjustieren." Gebraucht werde eine "Energiewende 2.0" mit mehr Effizienz im Energiesystem. "Neben dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien müssen wir die Kohle herunterfahren und auf hocheffiziente Gaskraftwerke umstellen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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