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Gewerkschaft der Polizei sieht trotz Rückgang der Straftaten keinen Anlass für Entwarnung

Archivmeldung vom 08.05.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.05.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Oliver Malchow, Kriminaloberrat GdP
Oliver Malchow, Kriminaloberrat GdP

Bild: GdP/Hagen Immel

Vor der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2017 hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Politik vor voreiligen Schlussfolgerungen über eine bessere Sicherheitslage gewarnt. Der registrierte Rückgang der Straftaten in Deutschland sei kein Anlass für Entwarnung, sagte der GdP-Vorsitzende Oliver Malchow in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Die Statistik hat nur eingeschränkten Aussagewert über die wirkliche Kriminalitätsbelastung in Deutschland", sagte Malchow. Die Gewerkschaft fordert einen umfassenden jährlichen Sicherheitsbericht, der alle kriminellen Handlungen erfasst einschließlich des Dunkelfelds - also auch der Straftaten, die nicht angezeigt werden - sowie Vandalismus-Schäden oder Bagatelldelikte.

Auch wenn die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen 2017 um fast ein Viertel gestiegen sei, habe es immer noch 117.000 Einbrüche gegeben. "Deshalb muss Wohnungseinbruch ein Kernthema der Politik bleiben", forderte der GdP-Vorsitzende. Die Polizei habe den Fahndungsdruck in diesem Bereich erhöht und verstärkt ermittelt. "Dann werden aber andere Delikte vernachlässigt, da bekanntlich nach wie vor Tausende Polizistinnen und Polizisten fehlen", warnte Malchow.

Der GdP-Chef zeigte sich fassungslos über die weiter zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte: "Statistisch gesehen werden jeden Tag 133 Beamtinnen und Beamte Opfer von Gewalt. Das ist nicht hinnehmbar." 2017 wurden mehr als 48.000 Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte registriert. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will am Dienstag die Kriminalitätsstatistik offiziell in Berlin vorstellen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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