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Fußballer schlagen Alarm - Landesverband kritisiert Regierung und spricht sich für Zuwanderung aus

Archivmeldung vom 07.04.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.04.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Holger Stahlknecht, 2012
Holger Stahlknecht, 2012

Foto: Urheber
Lizenz: CC BY-SA 3.0 de
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Fußballverband Sachsen-Anhalt warnt in einer Art Generalabrechnung mit der Landespolitik vor einer Verödung der Sportlandschaft und des ländlichen Raumes. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung. Angesichts von Überalterung und Entvölkerung prangert der Verband an, dass die Landesregierung keine Lösungen habe, obwohl die Probleme des demografischen Wandels "seit langem bekannt sind".

In einem Positionspapier heißt es: "Ohne Gegensteuern wird Fußball in fünfzehn Jahren voraussichtlich kein flächendeckendes Freizeitangebot mehr im Land sein." Deshalb drängt der Verband in dem Positionspapier, das der Zeitung vorliegt, auf eine stärkere Integration von Migranten: Nur Einwanderung könne "noch eine mittelfristige Linderung der Folgen des demografischen Wandels bewirken", so die Mahnung.

Der Fußballverband ist mit seinen fast 800 Vereinen und rund 89.000 Mitgliedern der größte Einzelverband in Sachsen-Anhalt. Für viele Kinder und Erwachsene sind die Vereine Zentren des gesellschaftlichen Lebens. Doch seit 2010 sank die Zahl der Vereine um sieben Prozent, noch dramatischer ist der Rückgang der angemeldeten Mannschaften um fast ein Viertel. "Wir sehen, wie Regionen überaltern, entvölkern und sich auseinanderentwickeln", heißt es in dem Papier. Kritisch sei die Zentralisierung der Politik, Lokalpolitiker vor Ort hätten kaum noch Spielräume. Zwar sei es positiv, dass aktuell mehr Menschen ins Land kämen als es verließen. "Um aber Einwanderer dauerhaft im Land zu halten, benötigen aufnahmebereite Dörfer, Kleinstädte und Vereine Personal, Wissen, Erfahrungen, Geld und Infrastruktur." Für die Einwanderung und Integration sei eine stimmige Landespolitik nötig. "Ohne angemessene, langfristige und verlässliche Ressourcen können keine glaubwürdigen Integrationsangebote gemacht werden."

Sachsen-Anhalts Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht (CDU) bot am Freitag auf Anfrage der Zeitung einen Dialog an. "Die beste Integration findet im Sport und auf der Arbeit statt", sagte er dem Blatt. Er warnte aber zugleich vor Trugschlüssen: Der Fachkräftemangel im Land werde nicht durch Asylzuzug gelöst werden können, das zeigten die vergangenen Jahre. "Ich halte es auch für falsch, dass gelockerte Asylregeln die Probleme im ländlichen Raum lösen", sagte Stahlknecht.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung (ots)

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