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Zahlen des Arbeitsministeriums: Renten aus Versorgungswerken doppelt so hoch wie gesetzliche Renten

Archivmeldung vom 27.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Bernd Kasper / pixelio.de
Bild: Bernd Kasper / pixelio.de

Die Altersrente der Versorgungswerke freier Berufe wie Ärzte, Apotheker, Notare oder Rechtsanwälte liegt mehr als doppelt so hoch wie die Altersrente gesetzlich Versicherter. Zahlten die berufsständischen Versorgungswerke Ende 2019 im Schnitt 2135 Euro monatlich aus, waren es bei der gesetzlichen Rentenversicherung 954 Euro. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Links-Fraktion hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) vorliegt.

Selbst gesetzlich Versicherte mit Ansprüchen aus 35 Jahren erhielten mit durchschnittlich 1237 Euro noch immer fast 900 Euro weniger als Freiberufler über ihre Versorgungswerke. Die höchsten Renten erzielten Notare (2606 Euro), Ärzte (2457 Euro) und Zahnärzte (2124 Euro), wie aus der Ministeriumsantwort weiter hervorgeht.

Zwar müssen von den Renten der Versorgungswerke noch Sozialabgaben gezahlt werden. Beim Netto-Vergleich liegen die Altersbezüge der freien Berufe aber noch immer 1,8-mal so hoch wie die durchschnittliche gesetzliche Rente, bei 35 Versicherungsjahren noch 1,4 mal so hoch.

Das Ministerium verweist zur Erklärung auf die "relative hohen Einkommen" der Freiberufler und damit höhere Beiträge. "Genau diese Beiträge fehlen aber in der gesetzlichen Rentenversicherung", sagte Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann im Gespräch mit der NOZ. Die Versorgungswerke seien historisch gewachsen. "Doch 2021 ist es schlicht unsolidarisch, wenn einige gut verdienende Berufsgruppen nicht in das solidarische Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung einzahlen."

Zimmermann forderte eine Erwerbstätigenversicherung, "in die alle einzahlen - Selbstständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler, Beamte und Abgeordnete". Das stabilisiere die Einnahmen der Rentenversicherung in Zeiten des demografischen Wandels und schaffe den Spielraum für ein höheres Rentenniveau.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)


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