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Ost-Abgeordnete der GroKo wollen Korrekturen an Exzellenzstrategie

Archivmeldung vom 20.07.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.07.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Tankred Schipanski  (2014), Archivbild
Tankred Schipanski (2014), Archivbild

Foto: Martin Rulsch
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Ostdeutsche Bundestagsabgeordnete der Großen Koalition fordern Korrekturen an der Exzellenzstrategie der Bundesregierung. "Mit Blick auf die Verteilung der Standorte stellen wir fest, dass wir neben der Exzellenzstrategie spezielle Förderprogramme und Wettbewerbsformate brauchen, die stärker auf den Osten ausgerichtet sind", sagte der digitalpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Tankred Schipanski (CDU), den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland".

Die ostdeutschen Universitäten verfügten "historisch nicht über eine seit Jahrzehnten gewachsene Verbundforschung, sehr wohl aber über exzellente Forschung", so der CDU-Politiker weiter. Mit dem Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse bedürfe es deshalb "eines eigenen Förderrahmens, um die universitäre Spitzenforschung im Osten zu stärken und ihre Potenziale gezielt zu heben", so Schipanski.

Der Sprecher der ostdeutschen SPD-Bundestagsabgeordneten, Frank Junge, sagte: "Mit der Vergabe des Exzellenzprädikats an insgesamt elf Hochschulen gab es die Möglichkeit, eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen an unterschiedlichen Standorten zu fördern. Doch mit der Entscheidung der Exzellenzkommission konzentriert sich die Unterstützung auf jeweils eine ostdeutsche Uni in Dresden und in Berlin sowie wenige alte Bundesländer." Damit blieben "in Ostdeutschland weiterhin große weiße Flecken". Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt seien zum Beispiel gar nicht Teil der Exzellenzstrategie. Zudem hätten Hochschulen, die wie Jena oder Chemnitz bereits über ein Exzellenzcluster verfügten, "die erweiterten Antragsvoraussetzungen nicht erfüllen" können und seien "somit von vornherein aus dem Rennen" gewesen, so der SPD-Politiker weiter.

Es geschehe zu wenig, um Hochschulstandorte in den neuen Bundesländern, die ihre Merkmale und Voraussetzungen nur bedingt selbst beeinflussen könnten, "in einen Wettbewerb auf Augenhöhe mit den starken Standorten" zu bringen, sagte Junge den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Die Folge sei, dass oft die gleichen Institutionen den Vorzug bekämen und erhebliche Mittel des Bundes für ihre Arbeit erhielten. "Aus meiner Sicht wird das Bildungssystem damit deutlich ungleicher und elitärer", so der SPD-Politiker.

Ein Gremium aus Wissenschaft und Politik um Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte die elf Gewinner am Freitag in Bonn bekannt gegeben. Erfolgreich waren die beiden Münchener Universitäten und der Verbund der drei großen Berliner Unis. Den Titel Exzellenzuniversität bekommen außerdem die Universitäten in Hamburg, Aachen, Bonn, Dresden, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz und Tübingen. Neben dem Titel ist die Auszeichnung mit viel Geld verbunden. Da die großen Konzerne mit ihren Forschungsabteilungen überwiegend in Westdeutschland sitzen, sind die ostdeutschen Länder besonders auf die universitäre Forschung angewiesen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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