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CDU-Sozialpolitiker Radtke: "Ohne Soziales verliert die CDU Wahlen"

Archivmeldung vom 17.07.2023

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.07.2023 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Dennis Radtke (2017), Archivbild
Dennis Radtke (2017), Archivbild

Foto: Wdwdbot
Lizenz: CC BY-SA 3.0 de
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Europaabgeordnete und CDU-Sozialpolitiker Dennis Radtke rät seiner Partei, sich nach dem Wechsel des Generalsekretärs nicht nur auf wirtschaftsliberalem Kurs zu bewegen. "Wenn wir über 30 Prozent hinauswollen, müssen wir bestimmte Themen glaubhafter und empathischer aufgreifen. Eine der Gründe, warum wir die Bundestagswahl verloren haben, war, dass wir auf zentrale sozialpolitische Fragen wie Mindestlohn und bezahlbaren Wohnraum nur technokratische Verrenkungen im Angebot hatten, die nicht mal die Mitglieder verstanden haben", sagte Radtke der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (Montagsausgaben). Der Vorsitzende des Sozialflügels der Union in NRW (CDA) führte weiter aus: "Manche in der CDU sagen: mit sozialen Themen kann man keine Wahl gewinnen. Das mag stimmen. Aber wir können auf jeden Fall Wahlen damit verlieren, wenn unser Schaufenster dort leer ist."

Die Beförderung von Carsten Linnemann zum CDU-Generalsekretär beanstandet Radtke nicht, obwohl Linnemann ein Vertreter der Mittelstands- und Wirtschaftsunion ist. "Mich besorgt etwas anderes: Die CDU hat Defizite in ihrem Sozialprofil. Wir haben mit Karl-Josef Laumann nur noch einen Vertreter des sozialen Flügels in der engeren Parteiführung. Von 26 Beisitzern im CDU-Bundesvorstand sind 19 Mitglied der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT)", so Radtke gegenüber der WAZ. Die MIT werde genauso gebraucht wie die Junge Union, die CDA, die Frauen- und die Senioren-Union. "Aber der Sozialflügel ist eben in den vergangenen fünfzehn Jahren immer weniger sichtbar geworden", kritisiert Radtke.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (ots)

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