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Manfred Stolpe sieht AfD-Erfolge als Erbe der Nachwendezeit

Archivmeldung vom 14.11.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.11.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Manfred Stolpe (2015)
Manfred Stolpe (2015)

Foto: Olaf Kosinsky
Lizenz: CC BY-SA 3.0 de
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Brandenburgs Alt-Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) sieht die Gründe dafür, dass gerade im Osten Deutschlands so viele gegen die Regierungspolitik protestieren und der AfD ihre Stimme geben, auch als Erbe der Nachwendezeit: "Der Osten Deutschlands hat die Wiedervereinigung möglich gemacht und damit die Verantwortung der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges beendet. Das wird nicht genug anerkannt", sagte Stolpe dem Magazin "Super Illu" (Nr. 47/2018). "Stattdessen wurde der Rückstand bei der Entwicklung des Ostens zum Hauptthema gemacht."

In Ostdeutschland habe sich ein Gefühl der Zweitrangigkeit breitgemacht. "Und jetzt bei einigen der Drittrangigkeit nach den integrierten Zuwanderern und den Flüchtlingen. Manche schauen neidisch auf deren Unterstützung durch den Staat und meinen, sie als Verlierer der Wiedervereinigung würden wieder benachteiligt." Sein Fazit: "Die Menschen in Ostdeutschland müssen gerecht behandelt werden, sonst laufen sie immer mehr den Populisten hinterher." Im Umgang mit der AfD und ihren Wählern rät er: "Vorrangig ist, den Menschen zuzuhören, die Sorgen ernst zu nehmen, eigene Fehler einzuräumen und die populistischen Parolen als nicht zukunftsfähig zu entlarven." Zur Krise seiner Partei sagte Stolpe: "Das Misstrauen bei den Wählern wächst angesichts der Querelen in der Regierung." Das treffe die SPD besonders. Denn ihre Leistungen seien nicht genug erkennbar. "Da ist es wichtig, dass Franziska Giffey und Hubertus Heil Probleme anpacken, die die Menschen bewegen, und laut darüber reden."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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