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Caritas-Präsident fordert deutliche Hartz-IV-Aufstockung

Archivmeldung vom 02.06.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.06.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, fordert angesichts der Coronakrise eine schnelle und deutliche Aufstockung des Hartz-IV-Regelsatzes. "Der Hartz-IV-Satz ist grundsätzlich zu niedrig, unsere Berechnungen haben ergeben, dass er zwischen 70 und 80 Euro höher sein müsste", sagte Neher den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

Die Krise verschärfe die Situation noch. Einen wie von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) vorgeschlagenen Familienbonus lehnt Neher dagegen ab. "Es ist wichtig, dass der Staat nicht mit der Gießkanne Gelder verteilt, denn es ist immer noch das Geld der Bürger und das muss sinnvoll und gezielt eingesetzt werden. Aber Einzelne, die das Geld bitter nötig haben, könnten einen solchen Zuschlag gut gebrauchen", sagte der Caritas-Präsident.

Er warnte davor, dass sich durch die Krise die sozialen Ungleichheiten weiter verschärfen. So hätten arme Familien, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, kaum Geld für Schutzmasken und Desinfektionsmittel in der Krise. In der Pflege dringt Neher auf eine bessere Vergütung. Statt einer Bonuszahlung brauche es eine "angemessene Bezahlung", die über "adäquate Tarife" erfolgen müsse. "Eine einmalige Sonderzahlung kann doch nicht die Lösung sein", sagte Neher.

Auch würde die Bonuszahlung einzelne Bereiche wie etwa die Pflege von Menschen mit Behinderungen ausklammern. Mit Blick auf den Pfingst-Feiertag warb Neher dafür, Angehörige in Alten- und Pflegeheimen zu besuchen. "Dort, wo es möglich ist, wo Schutzkonzepte vorhanden sind und Räume der Begegnung geschaffen wurden, sind Besuche zu empfehlen", sagte Neher. Dies sei sowohl im Interesse der Heimbewohner als auch der Angehörigen. "Denn auch für sie war es eine sehr schwere Phase", sagte der Caritas-Präsident.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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