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NRW-Landesregierung plant Stahlgipfel

Archivmeldung vom 17.09.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.09.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Garrelt Duin, 2014
Garrelt Duin, 2014

Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Aus Sorge um die Stahlindustrie hat die NRW-Landesregierung kurzfristig ein Gipfeltreffen anberaumt. Hintergrund sind europäische Pläne zum Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten. "Die Vorschläge der Europäischen Kommission zur künftigen Ausgestaltung des EU-Emissionsrechtehandels habe ich mit Sorgen zur Kenntnis genommen", sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).

Der Stahlgipfel soll nach Angaben des Ministeriums bereits am kommenden Montag (21. September) in Düsseldorf stattfinden. Duin will beim Stahlgipfel Unternehmenschefs und Arbeitnehmervertreter an einen Tisch holen. Eingeladen sind unter anderem Stahlpräsident Kerkhoff, der NRW-Chef der IG Metall, Knut Giesler, Thyssen-Krupp-Stahlchef Andreas Goss und Arcelor-Mittal-Deutschlandchef Frank Schulz.

Auch Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, schlägt mit Blick auf die EU-Pläne Alarm. "Die von der EU-Kommission geplante Verschärfung des EU-Emissionshandels ist für die Stahlindustrie existenzgefährdend", sagte Kerkhoff der WAZ. Die vorgesehene weitere Kürzung der Emissionsrechte ab dem Jahr 2021 und die drohenden Strompreissteigerungen führen nach Berechnungen des Verbands für die Stahlindustrie in Deutschland zu Zusatzkosten von jährlich rund einer Milliarde Euro bis zum Jahr 2030.

NRW wäre von den Plänen aus Brüssel besonders stark betroffen. Duisburg ist Europas größter Stahlstandort. Bundesweit zählt die Stahlindustrie rund 87.000 Arbeitsplätze, 47.600 davon in NRW. Laut einer Studie des Essener Instituts RWI hängen sogar 3,5 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland direkt oder indirekt vom Stahl ab.

"Die erforderlichen Anstrengungen zur weiteren Reduzierung der CO2-Emissionen müssen sowohl technisch als auch wirtschaftlich darstellbar sein und dürfen keinesfalls zu Verzerrungen im internationalen Wettbewerb für die betroffenen Unternehmen führen", mahnte Wirtschaftsminister Duin gegenüber der WAZ. Die Stahlindustrie sei als einer der zentralen Werkstofflieferanten am Wirtschaftsstandort NRW auch für viele weitere Unternehmen von großer Bedeutung.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (ots)

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