Hubig prüft Verschärfung der Frauenquote
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat angekündigt, in der laufenden Legislatur zu prüfen, ob Sanktionen verhängt werden, sollten sich Unternehmen nicht die vorgeschriebenen Ziele für den Frauenanteil in Führungspositionen setzen. "Früher dachte ich, wir brauchen keine Quote", sagte Hubig dem "Handelsblatt".
Wenn Frauen gut seien, dann setzten sie sich auch durch. "Aber ich musste einsehen: Ohne gesetzliche Vorgaben geht es nicht."
Die
deutsche Wirtschaft liege weit hinter dem EU-Durchschnitt, was Frauen
in Führungspositionen anbelange. Viele Fortschritte in den letzten
Jahren habe es auch nur gegeben, weil der Gesetzgeber großen Unternehmen
klare Vorgaben gemacht habe.
Hubig beklagte, dass erreichte
Fortschritte bei der Gleichstellung wieder in Frage gestellt würden.
"Traditionelle Frauenbilder erleben ein Comeback", sagte die
SPD-Politikerin. Der Frauenanteil in den Parlamenten sinke. All das sehe
sie mit Sorge. "Gleichberechtigung und eine tatsächliche Gleichstellung
von Mann und Frau sind für mich überragend wichtige Ziele", so Hubig.
Für den Gesetzgeber und die Politik "gibt es noch viel zu tun".
Im
Falle der gescheiterten Richterwahl für das Bundesverfassungsgericht
von Frauke Brosius-Gersdorf äußerte Hubig die Ansicht, die Vorgänge
seien in "einem größeren Zusammenhang" zu sehen. "Frauen und Männer
werden oft mit zweierlei Maß gemessen, wenn sie in der Öffentlichkeit
stehen", sagte Hubig. "Hätten wir ein ähnliches Ausmaß an Diffamierung
erlebt, wenn statt einer Frau Professorin ein Herr Professor mit den
gleichen Positionen zur Wahl gestanden hätte?" Die Diskussion wäre
vermutlich anders verlaufen, zeigte sich Hubig überzeugt.
Quelle: dts Nachrichtenagentur