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Fratzscher: Staat in der Corona-Krise nicht überfordern

Archivmeldung vom 27.10.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.10.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Marcel Fratzscher (2017)
Marcel Fratzscher (2017)

Foto: FlickreviewR
Lizenz: CC BY-SA 2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, warnt vor einer Überforderung des Staates in der Corona-Krise. Fratzscher sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wir dürfen vom Staat nicht zu viel erwarten. Dieser kann den wirtschaftlichen Schmerz in dieser akuten Phase der Krise lediglich lindern, aber nicht stoppen."

Fratzscher forderte zugleich, die Mehrwertsteuersenkung nicht über das Jahresende hinaus zu verlängern: "Zum einen, weil sie sehr teuer ist, zum anderen, weil die Logik war, durch eine temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer zu einem vorgezogenen Konsum beizutragen. Dies würde bei einer Verstetigung der Mehrwertsteuersenkung nicht mehr funktionieren."

Die Mehrwertsteuer ist seit Juli bis Ende des Jahres von 19 auf 16 Prozent abgesenkt, der ermäßigte Steuersatz von sieben auf fünf Prozent. Unter anderem der Bundesverband mittelständische Wirtschaft fordert, die Mehrwertsteuer dauerhaft zu senken.

Der DIW-Präsident plädierte stattdessen dafür, das Geld noch zielgenauer dort zu verwenden, "wo es besonders dringend benötigt wird". Kleine und mittlere Unternehmen und Soloselbstständige sollten gezielter Unterstützung bekommen, "sowohl durch einen stärkeren Verlustrücktrag bei den Steuern als auch bei Überbrückungshilfen".

Fratzscher drängte zudem darauf, Familien und Menschen mit geringen Einkommen zu entlasten. "Nicht nur die Soloselbstständigen, sondern auch die vielen Minijobber sind von dieser Krise besonders hart getroffen."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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