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Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst: NRW-Innenminister Reul räumt Mängel in Kommunikation ein

Freigeschaltet am 12.09.2019 um 06:41 durch Andre Ott
Herbert Reul  (2017)
Herbert Reul (2017)

Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

NRW-Innenminister Herbert Reul hat im Zusammenhang mit der Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst vor einem Jahr Kommunikationsdefizite eingeräumt. Die Landesregierung hatte den großangelegten Polizeieinsatz damals damit begründet, der Brandschutz sei in den Baumhäusern nicht gewährleistet.

"Wenn der Staat Recht und Gesetz durchsetzen will, muss er manchmal eben auch ungewöhnliche Wege gehen", sagte Reul im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Den Mafiaboss Al Capone habe man am Ende auch nicht wegen Einbetonierens, sondern wegen Steuerhinterziehung drangekriegt. "Das Polizeirecht hätte uns nicht die Möglichkeit zur Räumung gegeben", sagte Reul. "Mag sein, dass wir das besser hätten erklären können", fügte der CDU-Politiker aus Leichlingen hinzu.

Der NRW-Innenminister wies den Vorwurf zurück, er habe sich bei der Räumung zum Handlanger von RWE gemacht. "Ich war weder der Erfüllungsgehilfe noch der Büttel von RWE", sagte Reul. Die Gesprächstermine hätten auf Wunsch des Unternehmens stattgefunden. Er habe versucht, die Kontakte zu RWE "auf das Nötigste" zu begrenzen: "Mir war klar, dass eine zu große Nähe in der Situation nicht angebracht war." Die Landesregierung will die Akten, die über den Räumungseinsatz angefertigt wurden, jetzt offenlegen. SPD und Grüne reagierten mit Empörung darauf, dass den Abgeordneten erst einen Tag nach den Journalisten Einsicht in die Unterlagen gewährt werden soll. Sven Wolf, Vize-Fraktionschef der SPD, kritisierte zudem, Reul habe einen Bericht für den Innenausschuss nicht geliefert. Die Regierung habe es mit der Wahrheit "nicht so eilig".

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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