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Fritz Kuhn warnt jüngere Grüne vor zu viel Radikalität

Archivmeldung vom 19.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Fritz Kuhn (2014), Archivbild
Fritz Kuhn (2014), Archivbild

Foto: FlickreviewR
Lizenz: CC BY-SA 2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Fritz Kuhn, seit 40 Jahren Mitglied der Grünen, fordert von den Jüngeren in seiner Partei ein kluges Verhältnis zur Radikalität. Einerseits verstehe er "produktive Ungeduld der jungen Leute", sagte der frühere Grünenvorsitzende und heutige Oberbürgermeister von Stuttgart "Zeit-Online".

Und weiter: "Wenn ich mit den jungen Leuten spreche, sage ich dennoch: Passt auf, dass ihr euch nicht in eine Nicht-Mehr-Anschlussfähigkeit hineinradikalisiert." Zum Beispiel brauche es eine nachhaltige Verkehrspolitik: "Die Abschaffung aller Autos zu fordern, das ist sicher radikal - aber extrem kurzsichtig. Kluge Politik muss auch beschreiben, was das für Regionen heißt, in denen jeder zweite Arbeitsplatz an der Automobilindustrie hängt."

An dem neuen Grundsatzprogrammentwurf, den die Grünen am Wochenende verabschieden wollen, gefällt Kuhn die starke Betonung von Technologie und Wirtschaft. Darin stecke "echter Wertkonservatismus, aber auch radikales Veränderungsbewusstsein", sagte Kuhn. "Ich bin ja schon immer mit dem Spruch durch die Gegend gezogen: Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben." Wirklich neu an dem Programm sei, dass es die Frage der sozialen Gerechtigkeit mit ihren verschiedenen Facetten ins Zentrum rücke. "Ökologie müssen sich alle leisten können - nicht nur die Besserverdiener."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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