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Rüttgers: Pflicht zum Gedenkstättenbesuch für jeden Schüler

Archivmeldung vom 20.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Jürgen Rüttgers (2016), Archivbild
Jürgen Rüttgers (2016), Archivbild

Bild: Wikimedia Commons/CDrueeke CC-BY-SA-3.0

Der frühere NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) fordert den Besuch einer ""Besuch einer Stätte der Erinnerung an die NS-Verbrechen" als Pflicht für jeden Schüler. "Es müssen nicht nur die großen Konzentrationslager sein, ich denke etwa auch an das EL-DE-Haus in Köln", sagte Rüttgers in einem Redaktionsgespräch der Kölnischen Rundschau.

Zudem forderte Rüttgers die Einrichtung eines Holocaust-Museums in Deutschland. "Egal, wie oft Sie beispielsweise in Yad Vashem waren, Sie werden tief erschüttert herauskommen", meinte Rüttgers, der das Kuratorium des Trägervereins zur Feier von 1700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland leitet. Rüttgers weiter: "So ein Ort fehlt in Deutschland." Seit Jahren sei die Bedrohung durch den Rechtsextremismus in Deutschland unterschätzt worden, kritisierte Rüttgers zudem: "Wir müssen dagegen mit der gleichen Härte vorgehen wie früher gegen den RAF-Terrorismus. Das Gleiche gilt für den islamistischen Extremismus." Es gebe einen "Bodensatz von Antisemitismus in diesem Land".

Zur AfD meinte Rüttgers, sie sei offensichtlich nicht bereit, die gemeinsamen Werte unserer Gesellschaft zu akzeptieren: "Sie relativiert NS-Verbrechen, sie bekämpft die Westintegration, sie hat entgegen allen Beteuerungen Berührungspunkte mit den Idenditären, sie wird von einem völkischen Block dominiert."

Im Jahre 321 waren erstmals Juden in Köln und damit auf dem Boden des heutigen Deutschland urkundlich erwähnt worden. Dies soll landesweit mit über 1000 Veranstaltungen gefeiert werden, unter anderem einem Festakt mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Köln. Der stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins, Joachim Gerhardt, betonte, dieses Jubiläum gehe die ganze Gesellschaft an: "Nicht nur die Juden haben etwas zu feiern, sondern wir alle."

Quelle: Kölnische Rundschau (ots)

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