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Pflegebeauftragter Laumann will Pflegeheim-Noten kippen

Archivmeldung vom 17.11.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.11.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Karl-Josef Laumann, 2011
Karl-Josef Laumann, 2011

Foto: Tohma
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), will das Notensystem zur Qualitätsbewertung von Pflegeheimen abschaffen. "Der Notendurchschnitt für alle rund 12.500 stationären Pflegeeinrichtungen liegt bei 1,3. Ein solches Benotungssystem ist nicht mehr haltbar", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". "Wer sich darauf verlässt, wird irregeführt", kritisierte Laumann. "Hier wird die tatsächliche Situation in vielen Heimen verschleiert."

Zwar leisteten die Medizinischen Dienste der Krankenkassen bei ihren unangemeldeten Qualitätstests und Kontrolluntersuchungen in den Pflegeheimen gute Arbeit, sagte Laumann. Allerdings sei es "völlig misslungen", die umfangreichen Prüfberichte in Schulnoten zu übertragen. "Die Spitzenverbände der Pflegekassen und die Heimbetreiber haben dafür ein System vereinbart, das keinerlei Aussagekraft hat." Es würden bewusst Schwachstellen vertuscht, damit keine Pflegeeinrichtung schlechter dastehe als andere. "Die Noten sind das Ergebnis einer unseligen Geheimdiplomatie der Selbstverwaltung."

Laumann kritisierte, dass die einzelnen Prüfkriterien in der Gesamtbewertung alle gleich stark gewichtet werden. "So gibt es bei den Qualitätskontrollen zwar einen Minuspunkt, wenn in einem Heim schwerwiegende Versäumnisse festgestellt werden wie etwa häufige Verwechslungen bei der Verteilung der Medikamente", erklärte der Pflegebeauftragte. "Dieser Minuspunkt kann aber schon dadurch in der Gesamtbewertung wieder ausgeglichen werden, dass beispielsweise die Speisekarte für die Patienten in sehr großen Buchstaben leicht lesbar gedruckt ist."

Es werde nicht unterschieden zwischen unabdingbaren Kernkriterien, die ein gutes Heim auf jeden Fall erfüllen muss, und weniger wichtigen Faktoren. "Dadurch werden Verbraucher in die Irre geführt", so Laumann. "Wenn ich als Pflegebeauftragter der Bundesregierung ein Heim für meine Mutter suchen müsste, würde ich die Pflegenoten nicht zur Grundlage meiner Entscheidung machen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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