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Heil hält Diskussion um Lockerung der Kontaktsperre für "brandgefährlich"

Archivmeldung vom 03.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Coronavirus (Symbolbild)
Coronavirus (Symbolbild)

Bild von Carola68 ***Die Welt ist bunt...*** auf Pixabay

Mit klaren Worten hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Diskussion um eine Lockerung der Kontaktsperre verurteilt. In der stern-DISKUTHEK, dem Debattenformat des stern auf Youtube, sagte Heil: "Wenn wir jetzt eine Debatte aufmachen, dass wir nur ein paar Ältere irgendwie kasernieren und beschützen müssen, dann ist das brandgefährlich. Diese Diskussion verwirrt Menschen, führt zur Verhaltensänderungen."

In den vergangenen Tagen waren Forderungen nach einer gelockerten Kontaktsperre für jüngere, gesunde Menschen laut geworden. Natürlich werde man irgendwann über Lockerungen sprechen, sagte der Bundesarbeitsminister dazu, "aber erst dann, wenn wir das Gefühl haben, das Gesundheitswesen packt das". Als Zeitrahmen stellte Heil in der stern-DISKUTHEK in Aussicht, man werde nach Ostern eine Bilanz ziehen, ob man das Virus besser im Griff habe. Für jetzt aber gelte: "Menschenleben sind im Zweifelsfall auch wichtiger als wirtschaftliche Interessen".

Heil debattiert in der aktuellen stern-DISKUTHEK mit der Gewerkschafterin Fanny Weisser, IG Metall und DGB, und dem Arbeitsrechtler Manfred Wulff über die wirtschaftlichen Folgen des Shutdowns für den Einzelnen. Weisser fordert Heil in der Debatte auf, Lücken in den Hilfspaketen zu schließen, noch seien die Maßnahmen sozial unausgewogen. Beispielsweise bräuchten viele Studenten, deren Jobs weggefallen seien, schnelle finanzielle Hilfe. "Wenn die jetzt nicht kommt, reden wir davon, dass in ein, zwei Wochen Leute auf Lebensmittelmarken angewiesen sind, um im Supermarkt einkaufen gehen zu können", sagte Weisser.

Arbeitsrechtler Wulff, der derzeit in mehreren Unternehmen für die Betriebsräte und Angestellten über Kündigungen und Kurzarbeit verhandelt, unterstützte die Forderung. Er wies auf die Vielzahl von Angestellten zum Beispiel im Einzelhandel hin, die ohnehin sehr wenig verdienen und denen das Kurzarbeitergeld von 60-67 Prozent des Nettolohns nicht zum Leben reicht. "Was früher prekär war, ist jetzt noch viel prekärer", sagte Wulff.

Quelle: Gruner+Jahr, STERN (ots)


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