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Nahverkehrsbetriebe wollen Milliardenhilfen

Archivmeldung vom 23.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bitten, Betteln, Verlangen (Symbolbild)
Bitten, Betteln, Verlangen (Symbolbild)

Bild: Petra Bork / pixelio.de

Die Nahverkehrsbetriebe fordern aufgrund eines Fahrgastrückgangs infolge der Corona-Ausgangsbeschränkungen Milliardenhilfen vom Staat. "Die Verkehrsunternehmen haben im März und April einen Fahrgastrückgang von bis zu 90 Prozent verzeichnet", sagte Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der "Süddeutschen Zeitung".

In diesem Zeitraum habe die Branche monatlich bis zu einer Milliarde Euro an Fahrgeldeinnahmen verloren. Gleichzeitig aber müssten die Betriebe meist bis zu 75 Prozent der Fahrten anbieten. Sie sind angehalten, weiter zu fahren, um etwa medizinisches Personal zur Arbeit zu bringen. Das geschieht derzeit mit vielen Zügen, damit sich die Fahrgäste besser verteilen. Die Folge davon ist, dass die Einnahmen fehlen, die Kosten aber hoch bleiben. Der VDV schlägt deswegen Alarm, Wolff spricht von einer "nie dagewesenen Situation".

Ohne Finanzhilfen bestehe die Gefahr, dass die Betriebe die Daseinsvorsorge nicht aufrechterhalten könnten. Der Verband hat in zwei Szenarien ausgerechnet, wie stark die Krise zu Buche schlägt: Selbst im günstigsten Fall - einem raschen Ende des Lockdowns Ende April und einer Normalisierung des öffentlichen Lebens nach den Sommerferien - würden Ende des Jahres fünf Milliarden Euro in den Kassen der Betriebe fehlen. Bei einem Lockdown bis Ende Mai und einer längeren Übergangsphase summiere sich der Verlust in diesem Jahr sogar auf bis zu sieben Milliarden Euro. "Über einen längeren Zeitraum ist das wirtschaftlich nicht durchzuhalten", sagte Wolff.

"Als Branche der öffentlichen Daseinsvorsorge machen wir keine Gewinne im klassischen Sinne und haben daher keine Rücklagen für solche Fälle." Damit drohten ernste Konsequenzen für die Bürger. "Es muss eine Kompensation für die wegbrechenden Fahrgeldeinnahmen geben", so der VDV-Geschäftsführer. "Denn sonst müsste angesichts der fehlenden Gelder das Bus- und Bahnangebot bald gekürzt werden, obwohl wir angesichts der kommenden Schul- und Geschäftsöffnungen wieder mehr fahren müssen." Der Verband schlägt deshalb eine Art Rettungsschirm vor. Die bereits existierenden staatlichen Fördermittel sollten aufgestockt werden, um die Lücke zu schließen. Der VDV empfiehlt, dass die Betriebe die Differenz zwischen den Einnahmen 2019 plus Tariferhöhung und den Einnahmen 2020 abzüglich der geringeren Kosten bekommen. So werde eine Überkompensation mit Fördergeldern verhindert, sagte Wolff.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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